as I scan this wasted land

Sato verschluckt die Haut seiner Schwägerin. Klingt gut? Es gibt mehr.

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Sato Leonar Isidorn Cyberian von Greifsmantel

Ich schreibe hier aus der Verwahrung der Stadt des Lichts, was du bestimmt bereits weißt. Da man nie weiß wer hier zuhört, schreibe ich dir den Brief den ich dir hoffentlich bald persönlich übergeben kann.

Nachdem wir Retos Seele gerettet haben, ließen sich meine Freunde glücklicherweise überreden dem Treiben der Dämonen auf unserem Anwesen ein Ende zu setzen. Wir beschlossen aber uns vorher noch mögliche Hilfe zu sichern und uns wurde gesagt die beste Möglichkeit dafür bestünde mit dem hiesigen Baron Corvinius von Rabenmund-Mersingen und Anführer der Golgariten zu sprechen. Der Boroni der uns den Tipp gab, überreichte Ifirnia außerdem noch einen Borongeweihten Dolch den sie versprach wieder zurückzubringen. Wir marschieren also nach Devendoch, das ohnehin nicht sonderlich weit entfernt ist und erfuhren auf dem Weg dass der Baron vermutlich heute oder morgen von der Mauer zurückkehren würde. Wir ließen uns vom Haushofmeister einquartieren und warteten auf den Baron. Zuvor trafen wir auch auf seinen jungen Neffen der noch keine 20 sein mochte und ein Weiberheld, Trunkenbold und Verschwender war. Wie sich herausstellte hatte er von fahrendem Volk einen Elefanten gekauft und hatte jetzt Panik was sein Onkel mit ihm anstellen würde wenn er das herausfindet. Avesandro in seiner unermesslichen Goldgier hat versucht ihn zu überreden für hundert Dukaten den Elefanten verschwinden zu lassen. So wie er mit dem jungen Adeligen umgegangen ist, hätte man ihn andererorts auspeitschen lassen – ich hoffe er begegnet nie Vater – aber es gelang ihm trotzdem nicht ihn zu überreden. Ganz so dumm ist der Junge offenbar doch nicht.

Am nächsten Tag traf Baron Corvinius ein und wir erklären ihm die Situation. Er konnte nicht viele Männer entbehren, gab uns aber vier unverletzte Golgariten-Veteranen mit, was uns noch sehr zugute kommen sollte. Wir brachen tags darauf auf und beschlossen, nicht den offensichtlichen Pfad sondern einen versteckten zu nehmen – in der Hoffnung nicht gleich entdeckt und von Horden Dämonen und Untoten überfallen zu werden. Vorsicht ist besser als Nachsicht sagt Onkel Edorian immer. Nicht mehr weit vom Anwesen unserer Familie entfernt tappten wir dennoch in eine Falle, die offenbar von zwei Jägern gestellt wurde die noch immer im Dienste meiner Schwägerin zu sein behaupten. Die beiden Brüder aus Tobrien beschrieben die Lage im Anwesen aber deutlich anders als wir uns das dachten und auch als Reto es beschrieben hatte. Wir waren uns nicht sicher ob sie logen, unter dämonischem Einfluss standen oder ob wirklich alles ganz anders war. Sie erzählten von magischen Fallen und einem mysteriösen Magier der vor einiger Zeit offenbar zu Besuch war. Eine dieser Fallen lösten wir dann auch versehentlich – oder auch von den Jägern absichtlich hineingeführt – aus. Ein nebulöser Dämon erschien, der in einer stinkenden Giftwolke verschwand und von den Golgariten und den Magiern bald besiegt wurde, während sich die Hälfte der anderen die Seele aus dem Leib kotzte. Es war angeblich ein schwacher Wächterdämon, aber wenn das schwach war dann sei uns Praios gnädig wenn wir mal einem starken gegenüber stehen sollten. Mein Wunsch sollte bald gewährt werden.

Wir erreichten schließlich das Dorf und nachdem im Gespräch mit den Jägern immer mehr Unstimmigkeiten aufscheinten, beschloss ich ihnen eine Chance zu geben von hier zu verschwinden. Wir konnten nicht riskieren zwei möglicherweise Dämonenverseuchte in unserer Mitte zu haben während wir die Burg reinigten. Sie ergriffen diese Chance nicht und versuchten in Richtung der Burg zu flüchten. Damit sie die Dämonen die uns dort erwarten würden nicht warnen konnten, streckten wir sie nieder. Da wir aber keine Zeit hatten sie dem reinigenden Feuer zu überantworten und wir ja auch nicht völlig sicher sein konnten dass sie einer dämonischen Besessenheit zum Opfer gefallen waren, verbanden wir sie notdürftig und ließen sie gefesselt in der Eingangshalle der Burg liegen.

Die Grauen, die wir in der Burg zu Gesicht bekamen bereiten mir noch heute, hier in der Stadt des Lichts Alpträume. Ein untoter Koch, der unter irrem Kichern auf seine eigenen abgetrennten Finger einhackte, ein verriegelter Ballsaal voller schlurfend tanzender Untoter und schließlich die Gemächer meiner Schwägerin und ihres “Kindes”, wenn wir es vorerst so nennen wollen.

Sie war gerade dabei eine Unterrichtsstunde für das Kind abzuhalten, als wir die Gemächer betraten. Ich begann ein Gespräch mit ihr und fragte sie was hier vorgefallen sei während Janjuk die beiden einmal mehr mithilfe seiner Zauber auf dämonische Spuren untersuchte. In ihren Worten verwickelte sie sich sofort in Widersprüche mit der Realität und als ich sie eindringlich bat, ja fast anflehte sich zu erinnern, den dämonischen Bann abzuschütteln wurde sie unsicher, es bereitete ihr fast Schmerzen sich zu erinnern. Sie bekam Angst und schubste ihr Kind durch die Tür hinter sich hinter der eine Treppe zu sehen war. Ich packte sie an der Hand und versuchte sie noch daran zu hindern, doch mit einem grauenhaft reißendem Geräusch platzte ihre Haut, löste sich von ihrem Körper und begann mich einzuwickeln und versuchte in meinen Mund einzudringen. Ihr hautloser Körper griff uns dann an. Ich kann mich nur mehr schemenhaft erinnern wie ich verzweifelt versuchte die belebte Haut von mir fernzuhalten während die anderen den Körper bekämpften. Schließlich gelang es den Golgariten mit ihren geweihten Waffen und unserer Unterstützung sowohl die Haut als auch den Körper zu vernichten. Ein trauriges Schicksal für Firisa, aber es bestand wohl keine Chance mehr ihre Seele zu retten nach allem was sie getan hatte.

Vorsichtig gingen wir weiter nach oben, dem Kind hinterher. Ich gab noch immer die Hoffnung nicht auf dass alles nicht in einer Tragödie enden würde, aber als Janjuk bestätigte dass es sich hierbei eindeutig um einen Dämonen handelte, und zwar um einen mächtigen, war auch mir klar dass wir ihn vernichten mussten. Aber leichter gesagt als getan. Gegen unsere mundanen Waffen immun, den Schaden aller Zauber und geweihten Waffen schneller heilend als wir ihn zufügen konnten war guter Rat teuer. Erst als Ifirnia ihm ihren geweihten Dolch in den Leib stieß, ihn aber sofort wieder hinausziehen musste als ihr Arm drohte Stücke zu brechen, sahen wir eine Reaktion bei dem Ding. Hjalmar nahm schließlich den Dolch und rammte ihn in den Dämon. Selbst als sein Arm an mehreren Stellen unter mir unvorstellbaren Schmerzen brach, hielt er ihn fest. Inmitten des Körpers des Kindes öffnete sich ein Kreis aus Dunkelheit und Nichts, der immer größer wurde und auch Hjalmar zu verschlingen drohte. Janjuk verwandelte sich plötzlich in einen riesigen, weißen Bären und hielt Hjalmar fest und schließlich war der Dämon verwunden, zurück verbannt in die Niederhöllen und wir alle noch am Leben und in dieser Sphäre. Wir kümmerten uns um die Reste der Untoten, die beiden Jäger hatten sich leider in der Zwischenzeit aus dem Staub gemacht. Als wir sicher waren, alle erkennbaren Reste der Dämonen und Untoten beseitigt zu haben, reisten wir wieder in die Burg von Baron Corvinius zurück.

Er dankte uns für unsere Mithilfe und Einsatz bei der Beseitigung dieser durchaus beträchtlichen Bedrohung hinter der eigenen Front. Außerdem beschloss er es uns nicht weiter nachzutragen dass wir seine Stallungen mit einem Elefanten belegt hatten. Sein junger Neffe hatte offenbar die Dienerschaft überzeugt für ihn auszusagen und Avesandro mit seinen erbärmlichen Versuchen Geld aus ihm herauszupressen überlistet. Ich beschloss die Sache auf sich beruhen zu lassen und nicht richtig zu stellen, ein wenig schlaue Initiative kann ja auch mal belohnt werden. Zu seinem Glück war es nicht zu unserem Schaden, sonst wäre er wohl nicht so leicht damit davongekommen. Wir gaben den Elefanten dem fahrenden Volk zurück, die übrigens alte Bekannte von Oliandra waren und reisten wieder nach Gareth zurück. Der unnatürlich lange Winter, selbst für die unwirtliche Gegend, brach auch nach kurzer Zeit und der verspätete Frühling machte die Rückreise längst nicht so beschwerlich wie die Hinreise.

In Gareth angekommen wurden wir sogleich von Bannstrahlern in die Stadt des Lichts geleitet, doch entgegen meiner ersten Vermutung dass wir bezüglich unseres Kontakt zu dämonischen Kräften befragt werden würden, hat es Flavia offensichtlich geschafft sich wieder mal entführen zu lassen. Gleichzeitig ist auch die Sternengabe verschwunden, eigentlich ein peinliches Missgeschick für die Phexkirche, die sich deshalb auch sofort auf die Suche nach Sündenböcken gemacht hat und in uns offenbar gefunden hat. Anstatt aber auf unserem Recht zu bestehen und ein langwieriges und im Ausgang unsicheres Gerichtsverfahren zu riskieren, das durch die Involvierung der Phexkirche ohnehin kaum fair abgelaufen wäre, bot ich an den Dieben zu folgen und ihnen die Sternengabe zurückzubringen. Schließlich ist ja möglicherweise auch unsere Freundin Flavia in Gefahr und so wären wir ihnen vermutlich sowieso gefolgt.

Immerhin können wir einerseits unsere Namen reinwaschen und ich bin mir sicher wir können noch eine Belohnung rausschlagen, schließlich erweisen wir ihnen einen Dienst und sie würden ganz schön lächerlich dastehen, wenn wir die ganze Sache heruzumerzählen anfangen.

Radierung: Namenlose Dämonenpaktiererin deren Haut sich gerade vom Körper löst

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