as I scan this wasted land

ich bin lecker, auch für Spinnen

Als mich der Weg wieder einmal zum Gasthaus der Wächter des Morgens führt, sehe ich von weitem schon eine weiße Rauchfahne vom Haus aufsteigen… „Oh nein!“, denke ich mir, „Eiskron hat schon wieder kein Frühstück bekommen! Schnell auf, um meine Kameraden zu retten!“

Nein, im Ernst, als ich mit Gebäck vom Bäcker gegenüber unser Haus durch die Vordertür betrete, sitzen die Wächter des Morgens, darunter auch der vorhin genannte Eiskron, etwas groggy am Tisch und essen kein Frühstück. Die Abwesenheit von Fr. Hummel macht sich wieder einmal bemerkbar. Das Haus sieht überhaupt irgendwie schmuddelig aus. Bin ich froh dass ich nicht hier wohnen muss.

Um sich abzulenken, beschließt Eiskron, das Haus anzuzünden, ich meine, mit dem Sand zu experimentieren. Zum Glück gibt er sich damit zufrieden, nur mit einer Probe unsägliche Dinge anzustellen und begibt sich daraufhin für den Rest des Vormittags in sein Labor.

Die normalen Leute im Haus machen sich dann daran, die Küche zu putzen (Breitkopf), bzw. sich herumzutreiben und ihn dabei zu stören und/oder ihm unerwünschte Ratschläge zu geben(der Rest). Wir bekommen außerdem Besuch, erst einmal von vier Leuten, die den Sand im Keller aussieben sollen. Das Erscheinen eines Hausierers wird von Eiskron mit kurzer Anwesenheit und einigen unfreundlichen Worten gewürdigt. Irgendwann macht es keinen Spaß mehr, Breitkopf beim Putzen zuzusehen und ich wage mich in die Stadt, um Leute anzuheuern, die ihm beim Putzen helfen. Nach einigen Schwierigkeiten finde ich eine Frau, die ich für eine Perle des Hauswesens halte – leider teilt Breitkopf, der dann tatsächlich mit ihr arbeiten muss meine Meinung nicht ganz.

Wieder im Haus, erfahre ich dass eine Büßerin des Ilmater an der Tür geklopft hatte, um Spenden zu sammeln, und Gormhögg ihr Geld gegeben hat. Gut so, immerhin gehören wir trotz aller Sabotageversuche einiger Personen, die ich hier nicht nennen werde, zu den Guten. Gleichzeitig taucht Arveene auf, und sieht den wohl noch etwas verschlafenen Lazarus neben dem geistesabwesenden Gormhögg – eine günstige Gelegenheit ihnen mitzuteilen, was sie davon hält, dass sie in ihrer Kapelle übernachtet und die Mitternachtsandacht mit betrunkenem Lallen gestört haben.

Irgendwann wird es aber langweilig, lauter Dinge zu tun, die Charandhall missbilligen würde, also machen wir etwas Konstruktives und gehen den Alchemisten besuchen, der eine große Ladung Phiolen bestellt hatte.

Unterwegs passiert etwas Lustiges – einige Kerle verstellen uns in einer Seitengasse den Weg und möchten Wegzoll von uns kassieren. Sie nennen sich „die Rote Kreisbande“ und tragen schwarze Armbinden mit rotem Kreis. Ich habe keine Ahnung, warum sie meinten, uns überfallen zu müssen, wenn zwei von uns riesige, behaarte Monster sind, aber manchmal kann man sich kaum vorstellen, was in Köpfen von Leuten vorgeht. Jedenfalls lässt Eiskron ihnen eine Kostprobe seines Charmes zukommen und sie machen sich auf und davon. Ich sag’s ja – lustig.

Der Turm des Alchemisten Faustmann hat mehrere Stockwerke; er lebt im ersten Stock. Im Erdgeschoß und Keller sind weitere Wohnungen, von Familien bewohnt. Erst einmal treffen wir einige sehr gut gelaunte Leute an der Treppe vor dem Turm, die sich eine Flasche Schnaps teilen. Ihrem Aussehen nach zu urteilen, tun sie dies öfter, vielleicht sogar hauptberuflich. Sie sagen, „Bum Bum“ Faustmann hätte ein Loch ins Haus gebrannt. Plötzlich scheint es einen Augenblick lang kühler zu werden, als ein Schatten über uns fliegt. Sieht aus wie der schnell verschwindende Schemen eines Drachen.

Arveene lässt Eiskron hinterher fliegen, aber sogar auf diese Art und Weise kann er nichts weiter sehen. Dafür schaut er sich das Loch an, das Faustmann ins Haus gebrannt hat. Tatsächlich ist der zweite Stock des Hauses komplett ausgebrannt. Als wir beim Alchemisten anklopfen, kommt keiner zur Tür, es ist nichts zu hören. Unser Barde erkundigt sich bei der Familie im Erdgeschoß nach ihm und erfährt vom tauben Familien-Großvater, oder möglicherweise Vater, dass Herr Faustmann früher schon sehr laut gewesen sei, jetzt aber eine Weile nicht mehr. Das kann daran liegen dass er aufgehört hat, denken wir uns, oder auch daran dass der Mann einfach taub geworden ist.

Eine kurze Auseinandersetzung an der Tür sorgt dafür, dass nun alle möglichen ältlichen Damen der Nachbarschaft, die fast berufsmäßig an ihren Fenstern hängen und glotzen, auf uns aufmerksam werden. Bitte, nennt mich ruhig öfter nutzlos! Schließlich macht Lazarus auf die bewährte Minotaurus-Art die Tür auf, was die Damen der Nachbarschaft so weit beunruhigt, dass sie aus ihren Häusern herauskommen und von Breitkopf mit irgendwelchen Uralt-Balladen ruhig gestellt werden müssen. Lazarus hilft ihm dabei, indem er mit seiner Masse die Treppe zum Turm versperrt und außerdem singt.

Drinnen beim Alchemisten finden wir als erstes seine Leiche. Ich wünschte, ab und zu wären die Leute die wir ohne Vorankündigung besuchen einfach lebendig. Sein Kopf ist mit einem schweren Gegenstand eingeschlagen worden, und zwar vor Wochen. Der kalte Winter hat die Leiche relativ gut konserviert, trotzdem ist es kein besonders schöner Anblick.

Wir finden seine Forschungsunterlagen, ein paar Tränke und Sachen, ein Tagebuch sowie ein Loch in der Wand, aus dem anscheinend die Mörder gekommen sind, und das nach unten führt. Gerade als ich Gormhögg gefragt habe, ob er mitkommen und sich das Loch mit mir von der anderen Seite anschauen möchte, schnalzt hinter mir etwas und ich hänge kopfüber in einem Steinspinnennetz.

Arveene und Eiskron, die noch im Raum sind, rätseln eine Weile herum wie sie mir helfen sollen, dann läuft Arveene los, um meine Dodo zu holen, damit die mich herausschneidet. Diese besondere Art von Spinnennetz hat dummerweise die Neigung, bei falscher Behandlung bzw. Zerstörung die darin gefangenen Opfer in Stücke zu reißen.

Während Arveene unterwegs ist, nützt Eiskron die Gelegenheit, etwas Zweisamkeit mit mir zu genießen, indem er ein Licht auf meine Nase zaubert, laut sinniert wie er das Netz um mich anzünden soll um mich zu „retten“, und sich insgesamt wie Eiskron benimmt. Immerhin verzichtet er dann doch auf Maßnahmen, die mich getötet hätten. Irgendwann, als schon so viel Blut in meinen Kopf geflossen ist dass ich nur mehr Rauschen in den Ohren habe, taucht endlich Dodo auf und befreit mich, so dass ich fast unverletzt auf dem Boden aufschlage.

Währenddessen versucht Gormhögg, das Loch in der Kellerwohnung zu finden, das vielleicht der Eingang zum Schacht, der nach oben führt ist, und wird daran von einer Horde kleiner Kinder gehindert, die ihn als Klettergerüst benützen. Es scheint ihm nicht wirklich zu missfallen, und als er endlich die Kinder abgeschüttelt hat – und ihre ältere Schwester beim Knutschen erwischt – merkt er, dass der Eingang zum Schacht doch woanders sein muss.

Also lässt sich Arveene mit ihrem Schlangenumhang von oben in den Schacht hinunter und findet Schleifspuren, eine Kiste, die Spuren eines Lagers. Die Kiste bietet Platz für 36 Phiolen. Wir beschließen, die Leiche mitzunehmen und zu befragen. Unten zerstreut Breitkopf die Menge mit einem Abschiedsständchen – er hat sich in diesem Viertel viele Bewunderer geschaffen –, Arveene repariert die Tür, als wären wir niemals eingebrochen, und in Gruppen aufgeteilt gehen wir in der einsetzenden Dämmerung nach Hause; Lazarus und ich mit der Leiche in einen Teppich gewickelt.

Ich schätze den Herren Braundrache, aber die Stadtwächter denen er vorsteht sind manchmal gleichzeitig von einer sturen Penetranz und Kopfschmerz verursachender Dummheit gezeichnet, dass man am liebsten schreien möchte. Trotz der dummen Fragen von dieser besonderen Stadtspezies schaffen wir es ungehindert nach Hause. Dummerweise denke ich, dass ich meine normale Ausgeh-Persönlichkeit ab sofort wechseln muss. Leb wohl, blonde Barbarin im Kettenhemd-Bikini!

Die Leiche im Labor verstaut, merken wir dass die Frau von heute Vormittag in der Küche eingeschlafen ist. Breitkopf lässt sie bei uns übernachten, und wir vertreiben uns die Zeit mit Sachen, die Charandhall missbilligen würde, sowie mit Schlafen. Am nächsten Morgen feuert Breitkopf das faule Dienstmädchen und grantelt mich ihretwegen noch an. Es wird höchste Zeit, dass wir uns Frau Hummel zurückholen und sie vernünftiges Personal findet. Ich fühle mich zwischen putzendem Zwerg und Zauberer ohne Morgenmahlzeit nicht mehr sicher. Irgendwann kommen auch die vier Leute vom Glaser wieder und sieben den ganzen Tag Sand in unserem Keller. Ich freue mich schon auf die Gläser.

Arveene liest das Tagebuch des Alchemisten, Eiskron Faustmanns Forschungsnotizen. Sie schaffen es, ein Bild zusammenzufügen. Der Alchemist hatte versucht, durch Experimente ein Heilmittel für seine Schwester zu finden. Die Schwester war Mitglied bei der Flammenden Rune, einer magischen Terroristenorganisation, die Westtor vor einigen Jahren in Atem gehalten hat. Die Schwester wurde bei der Vernichtung der Flammenden Rune ein Opfer eines Feuerzaubers – pfeif ruhig vor dich hin, Eiskron – und hatte überlebt, bzw. ihr Leben wurde durch Absorption von Feuermagie verlängert, aber es fraß sie auch auf. Die Tränke, die der Alchemist gebraut hat, waren allesamt zu ihrer Rettung gedacht, in Wahrheit waren es gleichzeitig mächtige Feuertränke. Oder so. Ich habe nicht zugehört. Irgendwann jedenfalls ist die Schwester explodiert – daher auch das ausgebrannte Stockwerk im Turm, aber er machte weiter mit der Suche nach dem Heilmittel.

Als Arveene den Alchemisten in einem Ritual noch befragen will, versammeln sich alle Wächter im Raum. Totenbefragungen scheinen die Highlights bei uns im Haus zu sein. Dabei kommt heraus – wie fast schon gedacht – dass die Mörder ein Koboldstamm sind, die Überfälle auf die Stadt machen. Unseren Berechnungen nach sollten sie noch acht Tränke übrig haben. Der Alchemist warnt uns im Tode noch vom letzten, purpurnen Trank, der besonders mächtig sein soll.

Als wir uns endlich aufrappeln und in die Kanalisation steigen, finden wir am alten Versammlungsort der Kobolde, an dem wir bereits einmal gewesen sind ein Piktogramm. Eigentlich findet Lazarus das Piktogramm, und er kann es auch deuten: heute gegen Abend soll der Drachenaltar in der Stadthalle aktiviert werden. Es ist erstaunlich, was man mit ein paar Strichen alles ausdrücken kann.

Ohne Zeit zu verlieren machen wir uns auf den Weg zur Stadthalle, die evakuiert wird. Nur die Wächter des Morgens stellen sich freiwillig in den Weg vieler Feuerbälle, um die Stadt zu retten. Die Kobolde greifen mit Feuer an, und wenn man sie tötet, explodieren sie, oder verletzen uns, bzw. zünden sich gegenseitig an. Der letzte Kobold wird von Eiskron vergiftet und bricht zusammen, ohne zu explodieren. Arveene und Eiskron teleportieren aus der Halle, während der Rest von uns sich auf den Nachhauseweg macht.

Was im Garten der Guldars passiert ist, kann ich nur weitergeben, zufälligerweise war mein Freund Cedric Guldar in Hörweite. Arveene landet mit Eiskron und dem letzten Kobold im Garten, es gibt Geschrei und es wird die Zerstörung des Blumengartens angedroht – oder Schlimmeres. Die Tante Guldar fühlt sich gestört, bindet Eiskron und Arveene mit einem Zauber fest und hält ihnen eine Standpauke über Manieren. Der dazugekommene Fürst Guldar kommt fast nicht zum Reden, ebenso wenig wie unsere Freunde. Auch der Magier Guldar hilft da nicht weiter mit seiner Annahme, alle Frauen wären hysterisch und zwischen ihren Ohren herrschte nur Vakuum. Arveene macht sich schließlich wütend auf und davon, während Eiskron sich als das diplomatische Sprachrohr der Wächter betätigt und den Kobold dem Magierklan zu Forschungszwecken spendet. Die Götter seien uns gnädig. Es könnte natürlich auch sein, dass ich Cedric zwischen seinem Gewieher und Gelächter falsch verstanden habe und alles völlig anders gewesen ist.

Als der Eiskron schließlich auch im Haus eintrifft – mit einem Faltboot in der Tasche – kommen wir ein wenig zur Ruhe und es wird uns klar, dass drei der Monsterüberfälle, die wir den Kobolden zugeschrieben haben, gar nicht ins Schema passen. Es gibt noch mehr Unholde? Warum nötigt mir das jetzt gar keine Überraschung ab?

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