as I scan this wasted land

die dunkle Nacht von Havena

Die dunkle Nacht von Havena war angebrochen, und sie war gar nicht so dunkel. Für uns bestand sie hauptsächlich darin, durch die Stadt zu rennen und nach den verstreuten Matrosen zu suchen.

Der Kapitän fand sich schnell, er war im Silberstern bei seiner Frau und Kindern. Den Elfen konnte ich gerade noch unversehrt aus einer drohenden Schlägerei herausholen – der hat ein kleines Mädchen befummelt, und zwar in der härtesten Kneipe von Havena – Esche und Kork. Der war sich auch danach keinerlei Schuld bewusst, was mich wütend machte. Der Smutje war in einem vornehmen Weinkeller. Einer der Matrosen wurde in seiner Herberge gefunden, einer im Efferd-Tempel, drei weitere im Rahjagarten, bzw. im naheliegenden Bordell. Den letzten fanden wir schließlich im Bett einer Patriziertochter und konnten ihn mithilfe einer gefälschten Nachricht herausholen, bevor er irgendwen anstecken konnte und bevor er vom wütenden Vater des Mädchens erwischt wurde.

Dazwischen lagen lange Nachtstunden. Im Theater in der Gauklergasse lernten wir Schauspieler kennen und sahen den Sohn des Herzogs von Grangor aus der Vorstellung gehen. In Esche und Kork verpasste man mir Lokalverbot, weil ich zugeben musste, den Elfen zu kennen. Im Ratskeller hatte die Baroness eine anregende Unterhaltung mit einigen Ratsherren. Signorino de Tounens wurde bestohlen, konnte den Dieb aber wieder stellen und sein Hab und Gut wieder einfordern. Für einen der Matrosen konnte die Baroness in den späteren Tagen gegen den Widerstand des Vaters des Mädchens eine Ehe stiften… die beiden werden garantiert dumme Kinder haben… Tief in der Nacht brach in einer der Kneipen in Nalleshof aus ziemlich unverständlichen Gründen zwischen den ganzen Nostrianern eine Schlägerei aus, in die Andaryn mit hineingezogen wurde. Ich glaube, jemand – ich nenne hier keine Namen – hat vielleicht den Namen eines gewissen andergastischen Getränks in die friedliche nostrische Trunkenheit hineingerufen.

Die Seuche konnte verhindert werden, und die Dankbarkeit des Fürsten kannte keine Grenzen. Einige Gerüchte erregten die Aufmerksamkeit meines Herren, und ich selbst wollte etwas Zeit in die Suche nach dem geheimen Tempel des Listenreichen investieren. Der Fürst lud den Signorino und die Baroness ein, mit ihm die Werkstatt des Gelehrten Leonardo zu besuchen, wo er ihnen eröffnete, man würde nach Freiwilligen suchen, die in die Havenas Unterstadt tauchen würden. Während ich schon lächelte, weil er bestimmt nie jemanden finden würde, der so dumm oder so verzweifelt wäre, diesen Selbstmord für 100 Goldmünzen zu begehen, meldete sich die Baroness freiwillig, an dieser Mission teilzunehmen.

Während ich noch überlegte, welche Drogen und wie der Baroness in den letzten Tagen verabreicht wurden, dass sie so etwas auch nur erwägen würde, stimmte auch der Signorino zu… und ich frage mich, warum der Listige mich so prüft?

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