as I scan this wasted land

Wenn ich sage: lauf‘ weg!, dann laufe weg.

Auf meinem neuen Klepper reitend, finde ich mich mit dem Rest meiner Leute in Utah wieder. Eine Vision führte uns hierher – einer, den wir suchen, soll sich hier in der Nähe aufhalten. Aber zuerst müssen wir uns mit einem gefährlichen Mojave-Rassler beschäftigen, der uns angreift. Zum Glück können wir ihn mit einigen Kugeln vertreiben und unseren Weg fortsetzen, ohne dass jemand ernsthaft verletzt wird.

Das kleine Städtchen Meadowville scheint als wir einreiten verlassen – keine Menschen, keine Tiere, keine Geräusche. Als wir den Saloon betreten, ist es zuerst totenstill, dann merkt Mr. von Braun (der Wissenschaftler, nicht der Verblichene), dass jemand im Hinterzimmer ist. Es stellt sich heraus, dass da ein uralter, vertrockneter Mann sitzt und die Wand anstarrt. Als Mr. von Braun jedoch Bedienung begehrt, steht er stumm auf und geht, vermeintlich um Essen zu holen. Bei der weiteren Untersuchung des Saloons finden wir ein Bild eines Mannes, der aussieht wie der Bürgermeister der Siedlung, oder zumindest eine mormonische Version davon. Auf dem Rahmen sind die Initialen CC eingraviert, aber nichts weiter. Sehr verdächtig.

Die Stadt fängt an, mir Angst einzujagen. Miss Harvey dagegen beschließt, die Gebäude zu erforschen, obwohl ich sie inständig bitte, doch bei uns zu bleiben. In der Zwischenzeit beschließen Mr. von Braun und Fra’Salvatore, vom grässlichen Eintopf des Barkeepers zu probieren. Als ich eine Weile nichts von Miss Harvey höre – sie ist üblicherweise ein recht lautes Mädchen –, gehe ich ihr nach und sehe, wie sie gerade in einem Haus verschwindet. Durch das Fenster sieht man einige uralte, ausgedörrte Leute im Kreis sitzen und eine Art seltsames Teekränzchen ohne Tee und ohne Gespräche abhalten. Miss Harvey ist dabei und versucht, mit ihnen zu reden, besser gesagt, sie zur Stadt auszufragen. Die Leute sind leider nicht sehr gesprächig.

Als ich von meinem Posten am Fenster bemerke, wie die Augen der Leute unfokussiert im Schädel rotieren und eine von ihnen anscheinend eine Spinne frisst, beschließe ich, Miss Harvey aus dem Haus herauszuholen. Leider ist Miss Harvey mit etwas mehr Sturheit geschlagen als das durchschnittliche Maultier, und so muss ich unverrichteter Dinge wieder gehen… die seltsamen Leute scheinen sich zu vermehren und immer näher zu kommen, und in Meadowville wird es Nacht.

Von irgendwo draußen außerhalb der Stadt hört man in der Dunkelheit ein Geräusch wie von einer Teufelsfledermaus, aber Mr. von Braun meint, es sei ein landendes Fluggerät. Wir überlegen, ob wir hingehen sollten, und Miss Harvey macht sich auch sofort auf den Weg – zum Glück endlich fort von diesen seltsamen Leuten – aber das Geräusch schwillt wieder an. Anscheinend ist der Flieger wieder abgehoben. Ob er jemanden abgesetzt oder abgeholt hat ist nicht klar. Natürlich gibt es einen Grund, warum wir in dieser Stadt sind – nämlich um einen der Coyoten zu jagen – aber wir können nicht sicher sein, und bisher gab es keinen Grund zur Annahme, dass der Mann noch in der Stadt ist.

Bei ihrer Rückkehr in den Saloon, wo wir übernachten wollen, hat Miss Harvey beschlossen, ihrer Frustration über die schweigsamen Stadtbewohner Ausdruck zu verleihen, indem sie dem alten Barkeeper einige Schläge versetzt. Dummerweise beschließen die Spinnen, die seinen Körper übernommen und mobil gehalten hatten daraufhin, ihren Aufenthaltsort zu wechseln und zu Miss Harvey und in weiterer Folge auch uns allen anderen umzusiedeln. Sie fallen über Miss Harvey her und bedrängen sie. Der Rest von uns kommt gerade noch rechtzeitig dazu, um sie zu retten. Als die letzte Spinne tot ist – oder zumindest irgendwo, wo sie nun Mr. von Braun auflauern wird, der nicht kommt – stellen wir fest, dass der Rest der Stadtbewohner langsam aber zielstrebig den Saloon umzingelt hat.

Mr. von Braun baut eine Bombe. Unser glorreicher Plan sieht vor, die Spinnen-Zombies in den Saloon zu locken, dann aus dem ersten Stock zu springen und den Saloon mit ihnen allen darin in die Luft zu jagen. Ein Blick aus dem ersten Stock zeigt uns auch, dass unsere armen Pferde inzwischen von Spinnen eingesponnen worden sind. Mr. von Braun beteuert uns, seine Bombe sei erstklassig und zuverlässig. Statt sie zu zünden wenn wir auf der anderen Straßenseite sind, lässt er sie hochgehen, sobald wir herunterspringen. Langsam nimmt seine psychische Instabilität überhand.

Einige Stadtbewohner haben die Detonation überlebt, und machen sich auf, uns in ihrer langsamen, bedächtigen Art zu jagen. Wir können uns gerade noch in die Dorfkirche retten, die zum Glück auf geweihten Boden steht. Dort können uns die Spinnen nicht erwischen. Langsam kreisen sie die Kirche ein, und wir wissen, dass es auf diesem Weg kein Entkommen geben wird. Doch das ist gar nicht unser vorrangigstes Problem.

Viel besorgniserregender ist der Anblick einer auf uns gerichteten Peacemaker in den Händen von Father Sam Peckinpah, der etwas von Sünde und Sündern murmelt. Zugegebenermaßen, das tut Sam Peckinpah immer. Ich führe eine kurze, aber sehr intensive theologische Diskussion mit ihm, die endet als Miss Harvey, etwas entnervt von den Ereignissen des Abends beschließt, auf den Father zu schießen. Das nimmt er uns übel, und es kommt zu einem Schusswechsel. Am Ende ist der Priester tot – Fra’Salvatore findet seine theologischen Ausführungen nicht allzu überzeugend, so scheint es, und präsentiert ihm die Rechnung dafür.

In der Zwischenzeit haben die Spinnen die Kirche eingesponnen. Zum Glück findet sich ein Weg durch den Keller, der zuerst abwärts, aber insgesamt aufwärts führt, so dass wir uns schließlich im Keller des herrschaftlichen Hauses auf dem Hügel wiederfinden. Dort ist eine Leiche inmitten eines Beschwörungszirkels – Hexenwerk, Sünde! In den Aufzeichnungen finden wir den Namen des Mannes – CC vom Bild im Saloon steht anscheinend für Cecil Cider. Es sieht fast so aus, als hätte er die Spinnen beschworen und hätte dann versucht, sich mit einem Hexenzirkel vor ihnen zu retten, als sie die Stadt übernahmen. Er hat einen gewundenen Stab in der Hand, den ich an mich nehme. Es geht nicht an, dass ein heiliges Relikt so im Keller verrottet.

Dann kommt eine Spinne aus dem Keller, oder von irgendwo, und sie ist groß wie ein Pony, vielleicht größer? Mit Mühe und Not können wir dieses Vieh besiegen und in die Hölle schicken, wo es hingehört. Mr. von Braun findet in der Scheune des Hauses ein Automobil, und fängt an, es zu reparieren in der Hoffnung, dass wir damit die Stadt so schnell wie möglich verlassen können. Nach viel Kopfschütteln und technischen Details die ich nicht verstehe erklärt er schließlich, die Maschine wäre betriebsbereit. Wir steigen auf und schießen durch das Scheunentor hinaus in den neuen Morgen von Utah… was sich als vernünftig herausstellt, denn über dem Haus ist inzwischen eine noch größere Spinne aufgetaucht, die wohl sauer ist, weil wir ihr Männchen getötet haben.

So können wir unsere Haut retten, und noch dazu wurde endlich ein Coyote seiner verdienten Strafe zugeführt. Amen!

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