as I scan this wasted land

Sterne über der Wüste

Einem Gerücht folgend, landen wir auf dem Montgomery Trail von Santa Fe nach Fort Dexter. Unter den Reisenden soll auch die Spionin CC sein. Da sie sich auch auf der Stern des Südens befunden haben soll, suchen wir selbstverständlich nach den Frauen, die uns vom Schiff bekannt vorkommen. Und da ist auch eine – die Sängerin vom Dampfschiff. Niemand weiß, wie sie die Explosion überlebt hat. Wir beobachten sie misstrauisch.

Währenddessen behalte ich auch Mr. von Braun (Wissenschaftler) im Auge. Seine psychische Instabilität wird immer schlimmer. Direkt bevor wir zum Trail stoßen, kauft er uns allen Pferde. Gleich danach sprengt er die Schutzweste, die ihm im Kampf gegen Spinnen kaputtgegangen ist, bei einem Reparaturversuch auch noch komplett in die Luft… und lacht krank… und versucht seine Sorgen im Alkohol zu ertränken… Alles sehr besorgniserregend.

Zum Trail gehören außer Miss Latifa (der Sängerin) noch einige verdächtige Leute, zum Beispiel Reverend Jackson, der theologisch nicht sehr beschlagen ist, aber viel redet. Da ist auch noch der dem Alkohol freudig zusprechende Mr. Montgomery, seine Frau Martha und ihre zwei Sklaven, Ma Baker mit ihren vier strammen Söhnen und ihrer Schwägerin Tante May, ein farbiger Pilger, der nicht spricht und nicht an der abendlichen Andacht teilnimmt, eine verschleierte Witwe und ein Fotograf der New York Times. Und, um sie nicht zu vergessen, eine schöne Rothaarige mit extravagantem Hutgeschmack und flinkem Abzugsfinger.

Auf der Suche nach CC fangen meine Kollegen an, die Sachen der Leute zu durchsuchen. Fra’Salvatore versucht herauszufinden, ob einer der Männer als Mädchen verkleidet ist – nein, denn Fred Baker ist nur weibisch, aber nicht wirklich ein Mädchen. Der Pilger ist wirklich dunkelhäutig, bestätigt uns der Frater, und nicht angemalt. Wie er das herausgefunden hat, möchte ich eigentlich nicht wissen.

Die schöne Rothaarige, die nicht spricht, nimmt mir etwas krumm, was ich scherzhaft zu Mr. Grant sage und beschließt, uns zu beschießen. Das wiederum findet Mr. Grant nicht besonders lustig, und so haben wir in den frühen Morgenstunden des zweiten Tages eine Schießerei. Zum Glück steht Er uns bei, und niemand wird ernsthaft verletzt.

Miss Harvey durchsucht Miss Latifas Zelt und stiehlt ihr ein Heft, das beschrieben sein könnte; die Seiten sind abgegriffen, aber wenn es eine Schrift gibt, ist sie unsichtbar. Mr. von Braun kann es lesen und findet militärische Aufzeichnungen. Leider tut er das recht öffentlich, und somit ist das Heft bald wieder verschwunden, was Miss Harvey aufregt. Mr. von Braun frönt weiter periodisch dem Alkohol. Ob die Sängerin CC ist? Immerhin ist sie auch auf dem Schiff gewesen.

In der Nacht schleicht sich jemand durchs Lager, womöglich der Reverend? Mr. Grant könnte es wissen, aber er erzählt nichts. Aus irgendwelchen Gründen scheint er auch freundlicher zu der Rothaarigen mit dem Hut. Der Fotograf verschwindet jeden Morgen – er macht wohl Fotos der Landschaft. Er fotografiert auch meine Morgenandacht und einige Angehörige des Trails.

Irgendwann unterwegs stellen Mr. Herman Baker und Miss Harvey Veränderungen an sich fest, die sich bei näherer Untersuchung als Magenparasiten herausstellen. Soweit ich weiß, sind drei verschiedene Behandlungsmethoden gegen den texanischen Magenmangler empfohlen: die Chili und Jalapeño-Therapie, die Säure-Therapie, bei der man Säure trinkt, und die klassische Operation. In einem Impromptu-Operationssaal hole ich unter Einsatz meines Lebens den Wurm aus Mr. Baker heraus – denn das ekelhafte Ding wehrt sich. Miss Harvey ist etwas verzweifelt, legt sich dann aber doch unters Messer. Zum Glück ist ihr Magenmangler etwas kleiner und zappelt nicht so viel.

Als Fra‘Salvatore die Witwe, Mrs. Smithsonian vor einer Klapperschlange rettet, fällt sie ihm vor Dankbarkeit um den Hals und gibt ihm einen Kuss. Dabei sehen wir dass sie eine schlimme Narbe über dem Mund hat, die sie von einem abgewiesenen Verehrer bekommen hat. Wird wohl nicht CC sein.

Danach denke ich, die Lage hätte sich beruhigt und wir wären für eine Weile allerlei Würmer los – jedoch regt sich mein eigener Magen mit Symptomen des Magenmanglers… Leider kann ich am gleichen Abend nichts dagegen machen, denn Miss Harvey ist aus irgendwelchen Gründen verschwunden. Als wir aus dem Kreis der Planwagen hinausschauen, sehen wir in der Dunkelheit zwei Lichter aufleuchten. Von dem einen wird geschossen. Mr. von Braun und ich beschließen, zu dem harmloseren Licht (also dem ohne Schüsse) zu gehen, in der vagen Hoffnung, Miss Harvey zu sehen. Vielleicht ist es auch nur Neugier, die uns antreibt. Plötzlich ist das Licht, auf das wir zugegangen sind aus, und wir stehen in tiefster Dunkelheit.

Der gute Mr. von Braun, diesmal ausnahmsweise nüchtern, macht sich mit erstaunlicher Energie daran, eine Art Unterschlupf für uns zu basteln, und wir verbringen die Nacht alleine unter dem Sternenzelt, allein mit unserem Schöpfer. Als wir am nächsten Morgen zu den anderen stoßen, werden wir von Fra’Salvatore begrüßt, der uns unterstellt, Unzucht getrieben zu haben. Ich spüre wieder, wie der Parasit in meinem Körper wächst.

Doch dafür ist erst einmal keine Zeit, weil der Fotograf verschwunden ist. Wir finden ihn tot neben seiner Kamera, und die Bildplatte ist beleuchtet, aber kaputt. Mr. von Braun macht das Bild wieder halbwegs erkennbar – es ist eine Frau, und es könnte jede sein, nur nicht Ma Baker, die zu klein ist. Der interessante Fleck auf dem Mund des Fotografen zeigt uns auch, dass der arme Mann von einer Frau mit einem vergiftetem, magentafarbenem Lippenstift geküsst wurde. Interessante Todesursache. Ob CC ihn getötet hat, weil er sie gesehen hat? Wir wissen jetzt, dass sie vermutlich gegen dieses Gift immunisiert sein muss. Von den Frauen auf dem Trail trägt aber nur Martha Montgomery einen Lippenstift in dieser Farbe. Dafür können wir Mrs. Smithsonian aus dem Kreis der Verdächtigen ausschließen, denn der Lippenstiftabdruck auf dem Mund des Toten war in keiner Weise unregelmäßig und von einer Narbe unterbrochen.

Schließlich macht mich der Magenmangler so krank, dass ich mich verzweifelt auf die Suche nach Jalapeños mache. Mit etwas Hilfe von oben finde ich tatsächlich einen Strauch und kann genug davon ernten, um mich zu kurieren. Moses Ash, der Pilger – der sich als Rabbi herausstellt – meint, er könnte unter Umständen ein koscheres Chili für mich machen. Das Gefühl, das man hat wenn sich ein Tier mit vielen Tentakeln durch die Bauchdecke nach außen rettet ist etwas, das ich nicht noch einmal durchleben möchte. Ein sprichwörtlicher Chili-Hasser. Und damit endet auch der vierte Tag unserer Reise.

Am fünften Tag soll der Trail durch ein verlassenes Dorf führen, in dem sich einige Pumas bequem gemacht haben. Sie scheinen nicht sehr auf unsere Gesellschaft erpicht zu sein. Plötzlich tut sich im Dorf eine Treibsandfläche auf und einige der gefährlichen Katzen versinken im Boden – der Rest sucht ihr Heil in der Flucht. Aus den Augenwinkeln sehe ich Miss Harveys Karten aufblitzen. Wir suchen uns eine neue Route und lagern am Abend.

Kurz vor dem Morgengrauen weckt uns ein Schuss – Fred Baker liegt tot am Boden, über ihm die entrüstete Rothaarige mit dem aufregenden Hut. Anscheinend, so behauptet sie, habe er versucht, ihr nahe zu treten. Ma Baker und der Rest ihrer Sippe schwören Rache, aber die Lage eskaliert (noch) nicht.

Der Tag zieht sich hin, jetzt wo sich Leute über den Trail hinweg böse Blicke zuwerfen. Bei einer Pause an einem kleinen Teich beschließt eine Kreatur Gottes, auf meiner Schulter Rast zu machen. Bedauerlicherweise ist es ein ziemlich großer Skorpion, und in meiner Panik kann ich mich nicht einmal rühren. Zu meinem Glück gibt es noch Gentlemen auf der Welt, denn Mr. von Braun und Fra’Salvatore ziehen und schießen gleichzeitig auf das Tier, das sich, in Atome zerschossen, auf meinem Gesicht verteilt. Noch Stunden später habe ich das Gefühl, Skorpionschleim aus meinem Ohr holen zu müssen.

Am letzten Abend unserer Reise ist Ma Baker außer sich – ihr Sohn Arthur ist verschwunden. Bald finden wir ihn, erwürgt, in seiner Hand ein Schmuckstück, das Miss Harvey gehört. Mr. von Braun beschließt einzugreifen und tüftelt eine Weile, bis er eine Art Wahrheitsserum gefunden hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Jalapeño bei der Herstellung eine Rolle gespielt hat.

Die Sängerin Latifa ist die erste, die befragt wird, aber sie gibt nur zu, eine Spionin des Südens zu sein, die einen Spion des Nordens sucht, um ihn auszuschalten. Daraufhin steht Mr. Grant ziemlich hastig auf und verlässt das Zelt, um mit dem Reverend zu sprechen. Sehr verdächtig. Mr. von Braun unterdessen verkauft Latifa ihr Notizbuch zurück und erhält dafür ihren Schmuck.

Nach diesem Fehlschlag haben wir eigentlich nur Martha Montgomery, Mrs. Smithsonian und Tante May Baker im Verdacht. Montgomery kennt jedoch seine Frau seit 40 Jahren, es ist unwahrscheinlich dass sie CC ist. Mrs. Smithsonian hat eine große Narbe über den Lippen. Es bleibt also nur Tante May als Verdächtige, aber noch sind wir uns nicht sicher.

Bald darauf finden wir Moses Ash, den Rabbi, tot auf dem Boden, vergiftet von einer Haarnadel. Aus seiner Satteltasche scheint etwas entwendet worden zu sein, in der Form eines Tomahawks. Der wird bald unter Montgomerys Wagen gefunden. Auch das Gift findet sich, in Latifas Zelt. Um unsere Theorie zu überprüfen, versucht Miss Harvey, Tante May Gift zu überreichen, aber Tante May stolpert ungeschickt und verschüttet den vergifteten Tee. Daraufhin beschließt jemand, die Frau mit dem Dreispitz zu vergiften und gibt ihr einen Kaffee, der sie zu Boden stürzen lässt. Mit Seiner Hilfe kann ich die Dame gerade noch retten. Mr. Grant lacht über ihr Röcheln und kassiert dafür eine Ohrfeige.

Unser unsubtiles Vorgehen sorgt dafür, dass Ma Baker und ihre Söhne sich an Tante Mays Seite schlagen wenn wir mit ihr sprechen wollen. Es kommt zu einem Schusswechsel, bei dem CC (Tante May, die vergiftete Haarnadeln wirft) und Herman Baker von Mr. von Brauns Flammenwerfer ziemlich übel verbrannt werden. Als sie ihren Sohn und Schwägerin zu Boden gehen sieht, holt Ma Baker in ihrem Fatalismus eine Dynamitstange hervor, um sie dem hinter einem Wagen abgetauchten Mr. von Braun nachzuwerfen. Fra’Salvatore beschließt, dem Ganzen ein schnelles Ende zu bereiten und schießt auf die Dynamitstange…

Dann wird die Welt weiß und laut.

Die Bakers sind tot, und einige andere Leute ebenfalls. Ich kümmere mich um die Wunden und die Toten, und schließlich kommen wir in Fort Dexter an. CC ist Geschichte, aber zu welchem Preis? Wir sehen der Rothaarigen zu, wie sie fortreitet, wohl um weiter nach ihrer legendären Waffe zu suchen. Vielleicht weiß der Kommandant von Fort Dexter, Major Ian Wayne, mehr darüber?

Zur Sicherheit (wegen der Texanische-Magenmangler-Gefahr) essen wir in Fort Dexter ein Chili. Und dann geht es weiter, um die Coyoten zu jagen.

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