as I scan this wasted land

die Zickigen und die Toten

Da wir uns uns verpflichtet haben, den Bauern bei ihrem Aufstand gegen den Knochengrafen in Rivadom zu helfen, machen wir uns auf den Weg dorthin. Das heißt, eigentlich fanden das mein Bruder und Beathan gut, sonst niemand. Was wir eigentlich tun hätten sollen ist in Richtung Tjellborg zum Orakel aufzubrechen. Das haben wir natürlich nicht getan.

Aber egal. Während mein Bruder schwächlich hüstelnd den Bauernmädchen schöne Augen macht – dabei ist er Paladin, der wird nicht krank – gehen wir los, um wenn möglich den Knochengrafen unschädlich zu machen, bevor der eigentliche Aufstand beginnt, um die Moral der Bauern zu stärken.

Da Kor’El am liebsten sofort aufbrechen möchte, um den Knochengrafen zu töten, machen wir einen kleinen Umweg über Cendarasia. Die Stadt ist der größte Ort der Provinz und war früher einmal wirklich schön. Ich erinnere mich an die Tempel und die großen Prachtstraßen, auf denen sie am ersten Tag des Jahres eine Parade für mich abgehalten haben, um die Rückkehr der Ordnung zu feiern.

Jetzt ist die Stadt ein ekelhafter Sündenpfuhl, in dem es nicht einmal mehr eine Spur eines meiner Tempel zu sehen gibt. Die Menschen feiern Orgien, frönen dem Glücksspiel. Ich bin mir sicher, Kharsis und Mahaviadh wären entsetzt gewesen, das zu sehen, hätten sie nicht was Besseres zu tun gehabt. Fortuna gelingt es, einige alte Tempel zu finden, zum Beispiel den von Mahaviadh und einen von Kor’El. Anscheinend wurde die Totentrauer in den letzten tausend Jahren zu einer Totenfeier umgewandelt, denn jetzt werden Friedhöfe bunt geschmückt und Begräbnisse mit Wein begossen.

Bei seiner Suche nach einem Tempel, in dem er sich wiedererkennen kann, tötet Kor’El einige Leute, bis er einen Turm findet, in dem ein wahrlich finsterer Magier wohnt. Auf seine gewohnt unüberlegte Art klopft er an und wird prompt vom selben finsteren Magier in einen Energiekäfig gesperrt und an der Außenmauer des Magierturms zur Schau gestellt. So ein Desaster und Peinlichkeit für unser Pantheon. Kor’El war immer schon ein gefährlicher Irrer, jetzt ist er immer noch irre, aber hauptsächlich für unseren guten Ruf gefährlich.

Die lachenden Leute unter dem Käfig – und die Autorin dieser Zeile könnte durchaus dazu gehört haben – werden von Kor’El mit Todesstrahlen beschossen, bis sie weglaufen und Soldaten kommen, um Kor’El zu verhafen. Der Käfig löst sich auf, und unser göttlicher Kollege fliegt den Soldaten davon. Erste Blamage für das Team: Böse.

Währenddessen verbringt Beathan seine Zeit damit, irgendwelchen unwichtigen Sterblichen ihre Geschlechtskrankheiten auszutreiben. Ich habe nicht das Herz ihm zu sagen dass er diese verkommene Stadt wesentlich einfacher mit einer großen Feuersbrunst reinigen könnte. Fortuna spielt Karten und gewinnt Häuser und Menschen, die sie dann in den Häusern unterbringt und ihnen nahelegt, brav zu sein. Ich bin mir sicher, sie werden sich mit Orgien bedanken. Alles dem Erdboden gleichmachen sollte man. Auf der Suche nach Waffen sieht auch Kasim sich gezwungen, irgendwelche Sterblichen zu töten, und so haben wir am nächsten Tag Nachrichten von grausamen Morden und mordenden Irren in Cendarasia. Bevor Kor’El jedoch zu viel Spaß haben kann, verlassen wir Cendarasia in Richtung Rivadom.

Man merkt dem Land an, dass es ausgebeutet wird – alle Ressourcen fließen in Richtung Cendarasia, davon noch weiter zu diesem Emporkömmling, der sich Gottkaiser nennt. Der Rest des Landes hat nichts außer Reste, an denen es nagen kann. Die ehemalige Stadt der Bäder, Rivadom, ist inzwischen zu einer militärischen Basis geworden. Es gibt sehr viele Truppen, wesentlich mehr als uns die Bauernrebellen gesagt hatten, ungefähr 10.000 Soldaten sind dort stationiert. Unsere Rebellen wollen da mit 1.000 Mann angreifen.

Im Laufe der nächsten Tage observieren wir den Palast – das heißt, Beathan treibt sich in irgendwelchen Lazaretten herum, Fortuna spielt Karten, Nyonora macht irgendwas, Kar’El fängt an sich zu langweilen und Leuten weh zu tun und Kasim verschwindet auf einmal. Ich kann aber zumindest herausfinden, dass der Graf ein Teufel aus Knochen ist. Ein harter Knochen sozusagen.

In Kasims Fall ist es so: er beschließt, die Burg zu infiltrieren; dabei verätzt er sich an Drachenschleim an der Klinke und wird dann von der Burgwache aufgesammelt und in den Kerker geworfen. So ein Trottel. Team: Böse – Blamage Nr. 2.

Irgendwann schaffen wir es doch, uns zusammenzuraufen. Da Kharsis nicht da ist, haben wir keinen Plan, wie wir in die Burg eindringen und dem Grafen eins auf die Nase geben sollen. Mit Fortunas Information können wir uns folgendes zusammenreimen: Am nächsten Tag würde man einen Feiertag eines Hochstaplers, der sich Gottheit nennt feiern. Dabei gibt es eine Inspektion der Jungfrauen mit anschließendem Fest, bei dem der Graf zumindest nicht alle Angehörigen seiner Armee an seiner Seite haben würde, sondern „nur“ die Garde.

Es dauert ewig, bis wir uns überhaupt einigen können, wer wie ins Schloss kommt und was wir dann dort machen. Schließlich einigen wir uns sehr mühsam darauf, dass einige hineinfliegen würden, andere wiederum sich hineinschmuggeln würden und ich wollte mit den Jungfrauen ins Schloss kommen. Es ist unglaublich, was für Theater es gibt, als ich Kar’El vorschlage, auch mit den Jungfrauen ins Schloss hineinzugehen … (bu-hu, er könnte mich anfassen, bu-hu)… oder bis Beathan sich endlich bequemt mir zuzusichern, dass er meine Waffe für mich ins Schloss bringen würde. Ich hasse Widerspruch. Jedenfalls hat Kor’El eine viel bessere Idee – er lässt sich in den Kerker der Burg werfen und trifft dort Kasim, mit dem er dann irgendwie aus den Zellen ausbricht, um anschließend zum Fest des Grafen zu fliegen. Vermutlich sind dabei eine Menge Leute gestorben.

Dafür dass das lasterhafte Cendarasia in solcher Nähe ist und das Imperium so verkommen, sind Jungfrauen hier ganz schön alt. Eine davon über 1.000 Jahre – und bald nachdem ich im Schloss angekommen bin, treffe ich Beathan und Fortuna wieder. Wir betreten den Festsaal und finden uns einer ziemlichen Menge an entschlossenen Gardisten und Gästen gegenüber, die alle darauf versessen sind, uns den Weg zum Grafen zu versperren. Während draußen eine kleine Revolution ihren Anfang nimmt, entbrennt im Ballsaal ein Kampf, bei dem wir ziemlich viele Leute töten – sozusagen einen ganzen Raum voll – aber als der Graf alleine vor uns steht, können wir ihn nicht besiegen. Er schafft es sogar, mich an den Rand des Todes zu bringen, und als ich zu Boden sinke, höre ich sein trockenes, knöchernes Lachen. Team: Böse – Schande Nr. 3.

Als ich dank Beathans Heilkunst wieder aufwache, sind wir außerhalb der Burg, aber immer noch in Rivadom. Die Rebellen haben inzwischen ein Viertel der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. In den nächsten Tagen versuchen wir noch, unsere Stellung zu halten und diesen hoffnungslosen Krieg doch noch zu gewinnen, aber die Übermacht ist zu groß, und der Knochengraf schafft es, die Rebellen aufzureiben und uns aus der Stadt zu treiben.

Und so machen wir uns auf den Weg nach Norden zum Orakel, denn noch sind wir nicht so stark wie wir einmal waren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s