as I scan this wasted land

Ich möchte bloß einmal mit Profis arbeiten

Ein netter, gut bezahlter Job ohne Risiko, meint Bonnie, und schickt mich zu Peach Pit am Campus der Seattle U. AAA-Security, und kichernde Studentinnen an einem der Tische. Gut aussehender Fremder an der Bar, der meine Vorzüge zu schätzen weiß. Wir fragen nach David. ‚Thums, der mit einer ziemlich schicken Sonnenbrille und einem bunten Schal hineinkommt, nachdem er von den Campus-Wachhunden belästigt wurde, grummelt ungehalten – der Typ ist eine echtes Pickle – und rollt uns nach, ebenso wie ein unpünktlich kommender Loser mit Spitzen Ohren, der sich als Bullseye vorstellt.

Johnson ist ein schüchterner Knabe. Flüchtiger Augenkontakt und zitternde, schwitzende Hände, Nerd-Zubehör in der Tasche. Meint, er hätte einen teuren Sportwagen, den er uns überlassen würde, wenn wir seinen Auftrag annehmen. Möchte, dass wir seinen Tod vortäuschen und einem Mädchen auf dem Campus Geistererscheinungen vorgaukeln, vermutlich damit sie ihm bei seinem wundersamen Wiederauftauchen in die Arme fällt.

Auftrag ist lahm, aber ich wäre fast dafür, ihn zu machen. ‚Thums verzieht schon das Gesicht, Bullseye rollt mit den Augen und auch Pilgrim – der dritte Runner im Raum – sieht keine Möglichkeit, es zu machen. Kein Sinn für Romantik, die Herren. Aber egal, ohne Team kann man keinen Run machen, also machen wir uns auf und davon.

Kaum erreiche ich meine Bude, wo sich die Spiele langsam stapeln, weil ich neben den Fotoshoots keine Zeit zum Spielen finde, ruft Bonnie wieder an. Also schwinge ich mich noch einmal auf meinen rosa Scooter und brettere runter zu diesem chinesischen Lokal in Touristville, wo mich die gleichen Gesichter erwarten wie am Nachmittag, nämlich ‚Thums, Pilgrim und Bullseye.

Nach dem Abendessen setzt sich Mr. Li zu uns. Die beiden unauffälligen Schränke hinter seinem Rücken versuchen, mit der Tapete zu verschmelzen. Sucht Tochter Brenda, die ihm zufälligerweise nicht sehr ähnlich sieht, nicht einmal chinesisch. Hatte einen verwanzten Zahn, aber das Signal ist gebrochen. Stellt komische Bedingungen – wir sollen uns ihre Wohnung nicht anschauen, da es die Privatsphäre verletzt. Sollen sie zurückbringen. Letzte Spur: Redmond Barrens. Ein Bezirk, den ich besonders gerne umgehe.

Treffen uns an der Grenze zu den Barrens mit Equipment wieder. In der Zwischenzeit kauft Pilgrim eine Schrottkarre, die voraussichtlich nicht einmal in den Barrens geklaut wird.

Der Redmond District – immer ätzend, nur in der Nacht noch schlimmer als sonst. Die erste Spur führt uns direkt zu einem Haus, dessen Erdgeschoß gepanzert scheint. Zumindest murmelt ‚Thums etwas dergleichen, bevor er sich daran macht, die Tür mit seinem dicken Schädel einzuschlagen. Ein paar Trolle beschließen, daraufhin eine Unterhaltung mit uns zu führen. Pilgrim, nicht blöd, macht einen Termin mit dem Mann im gepanzerten Haus für morgen um 10:00 und empfiehlt, wir sollten uns verpissen und den rabiaten Zwerg einfangen, bevor er wirklich die Tür eintritt.

Tiefer in den Barrens – Block Party und viele Harleys, von Bullseye mit Kennerblick betrachtet. Es scheint eine Bar zu geben. Wir zeigen Fotos vom vermissten Mädchen herum und finden – Überraschung – nichts heraus. Tagsüber ist das hier eine Autowerkstatt. ‚Thums und Bullseye finden Zahnreste, vermutlich die der Kleinen. Außerdem findet Bullseye noch einen weiteren Arzt, und macht sich für 12:00 am nächsten Tag einen Termin aus. Autowerkstatt-Typen meinen, es wäre kein Mädchen dagewesen, aber sie könnten rosa Tigerstreifen auf meinen Honda sprayen, was schon mal ganz gut ist.

Termin am nächsten Tag verläuft locker. Der Doc ist ein vernünftiger Mann, vor allem dann wenn man ihm subtil ein wenig Gewalt androht. Das Mädchen scheint nicht die Tochter des alten Li zu sein (duh), sondern eine seiner Bunraku-Hostessen mit Datenfilter und Personafix-Chip.

Bullseye stellt sich dann als Bullshit heraus, denn seinen Arzttermin will er nicht einhalten. Außerdem nennt er mich ständig „Barbie“. Also tasern wir seinen Arsch und bringen ihn hin, während er noch zuckt. ‚Thums, diese verräterische Pussy, tut danach so, als ob er sein einziger Freund auf Erden wäre, und stützt ihn. Ich weine gleich vor Rührung. Der zweite Arzt ist eine Niete, ein Ausschlachter, bei dem nichts weiter zu erfahren ist, also nehmen wir Bull wieder mit und lassen ihn in der Karre fertig zucken. Derweil trinken wir bei einem Sbucks am Rande der Barrens einen kleinen Kaffee. Ich glaube, Pilgrim könnte etwas von mir eingenommen sein.

Als Bull zu sich kommt, versucht er zuerst erfolglos, das Auto zu starten, dann verpisst er sich wortlos, aber zickig dreinschauend. Achselzuckend widmen wir uns wirklich wichtigen Dingen, nämlich dem Run. Die Wohnung des Mädchens sollte interessant sein, nur müssen wir sie genauer orten. ‚Thums besorgt Hilfe mit dem unkenntlich gemachten Plan der Wohnung, und geht sich in der Zwischenzeit nach Nutten umschauen, was ihm ein paar Blicke einbringt. Pilgrim und ich setzen uns in ein Straßenlokal, telefonieren Informationen nach und trinken einen weiteren Kaffee. Der murmelt etwas von einem „zweiten Date“. Was auch immer das heißt.

Plötzlich ein Geräusch wie ein Schuss. Ich fühle meine Beine nicht mehr. Keine Schmerzen, nur Nebel in meinem Kopf, gedämpfte Schreie. Mein Körper wird hin- und hergeworfen, aber ich spüre es nur flüchtig, wie ein Streicheln.

Es wird hell, kalt und hell, ich schwebe. Dann zerreißt ein elektrischer Schlag meinen Körper, etwas zieht mich hinab, zurück in meine Dunkelheit, und dann spüre ich nur Schmerzen, brennende Schmerzen in jeder sterbenden Zelle meines Körpers.

Aber noch bin ich nicht tot. Der Schmerz holt mich immer wieder aus der gnädigen Ohnmacht zurück; die Welt schwankt, ein Auto? Eine Stimme quasselt ununterbrochen und panisch, Pilgrim? Dann werde ich getragen, ich liege auf einer harten Oberfläche, helles Licht blendet mich. Wieder Stimmen, aber nur zwei Worte dringen wirklich durch: Schuss, Blut.

Die Kälte wird wieder schlimmer, das Licht heller, die Stimmen leiser. Etwas berührt meine Haut, die Schmerzen schwinden, und das letzte das ich höre sind mein letzter Atemzug und ein durchdringendes Maschinengeräusch. Flatline.

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