as I scan this wasted land

schon wieder Einöde

In Abilacht gab es einen Tempel des Ingerim und es war langweilig. Eine Ritterin drückte uns ihren Schutzbefohlenen aufs Auge, auf dass wir ihn nach Kosch bringen mögen. Ich vergesse ständig wie er heißt, also nenne ich ihn insgeheim „Krätze“.

Der junge Herr setzte sich bei unserer Abreise aus Abilacht sofort und ungefragt auf mein Pferd, und ich beschloss, sein Leben zur Hölle zu machen. Jetzt wo ich wieder daran denke, ich muss mehr dafür tun, damit er auch was davon hat.

Auf der Reichsstraße 3 reisten wir weiter, und es war langweilig. Hier ein Kaff, dort ein Kaff. Hier Himbeeren, dort Brombeeren. Ich bin fast vor Langeweile eingegangen. Dann fing Andaryn fast noch einen Streit mit einem Kosch-Frettchen an. Irgendwo unterwegs mussten wir dann auch noch eine Wegzoll-Schranke beiseiteschieben, um vorbeizukommen.

Danach war es wieder langweilig. In so einem Kaff gab es einen Traviatempel und berühmte Gänsegerichte, dann regnete es ab und zu. Hätte sich nicht so ein adliger Fratz auf meinem Pferd breit gemacht, hätte ich im Sattel geschlafen. Kurze Aufregung gab es, als ich beim Baden meines Herren Pusteln an einer delikaten Stelle fand – im Peraine-Tempel sagten sie, es wäre von einer im Heu lebenden Spinne, und machten es weg. Mein Herr holte sich unterwegs so ein Mäusevieh aus dem Gebüsch. Er nennt es „sein“ Haustier, und ich darf mich darum kümmern. Das Vieh lebt noch, aber es heißt, „Noti“, kurz für „Notration“.

Endlich kamen wir in einer Stadt an – zwei schlimm öde Tage später – und dann stellte sich heraus, dass es Honingen war. Wir kauften Honig und noch andere Sachen mit Honig drin, zum Beispiel Seife. Der Knappe machte sich eine feine Nacht, die er damit anfing, sich mit einem Herren von der käuflichen Zunft anzulegen und damit beendete, im Rondra-Tempel einer Edeldame und Kriegerin nachzupfeifen. Danach holte er sich Ratschläge von meinem Herren… Ratschläge wie man mit Frauen umgeht. Am nächsten Tag machten sich die Baroness und der Signorino sich auf den Weg, der Gräfin Galahan ihre Aufwartung zu machen. Dort trafen sie die vom Knappen belästigte Edeldame aus dem Rondra-Tempel samt Tante. Beide waren sie nahe Verwandte des Herzogs von Weiden. Wenn schon hinterher pfeifen, dann gleich das beste Ziel aussuchen, sage ich immer.

Etwas Erfreuliches gab es jedoch – die Baroness ließ uns Geschenke überreichen – wirklich wunderbare Sachen, sogar richtiges Honinger Büttenpapier.

Endlich ging es weiter. Weizenfelder hier und Weizenfelder da. Sonne schien. Irgendwann stolperten wir auch noch über so einen Zwerg, der meinte, er würde meinem Herren gegen ein wenig Geld die Waffen polieren. Also warteten wir bis die Waffen poliert waren. Die Straße traf auf die Tommel – grausige Erinnerung an Nostria – und wir kamen in Nordmarken an, in Kefberg.

Die Leute hier sind nicht sehr empfänglich für yaquirischen Charme, und sogar wenn sie es sind, von Verhütung haben sie nie gehört. Sehr enttäuschend. Es gibt rotes Bier, allesamt mit Gargel versetzt, nur in jedem Kaff nennen sie die Pflanze anders.

Am Abend des 16. Rahja fanden wir in einer Mühle Unterschlüpf vor Gewitter. Dort waren der Müller, seine resolute Tochter und ein Mann, der gerade seinen Sohn an die junge Dame verlobte. Statt uns in Ruhe zu lassen, erzählten sie uns die Geschichte von zwei Prinzessinnen, Farandil und Zarafa. Irgendwann mitten drin schlief ich ein.

Am nächsten Tag war unser Mäusevieh verschwunden – mein Herr ließ es uns suchen und Andaryn musste es wieder einfangen. Mein Herr nennt das Vieh jetzt offensichtlich Farandil. Dann ging es weiter nach Gratenfels. Zu meinem großen Bedauern wurden wir noch bevor wir Gratenfels erreichen konnten Zeugen, wie der Großbauer von drei Bösewichten überfallen wurde. Mein Herr verscheuchte sie, der Knappe ritt ihnen in den Wald nach. Während wir uns um den Großbauern kümmerten, kam der Junge von seiner Räuberjagd zurück, und mein armes Pferd hatte eine Wunde.

Jemand hatte die Idee, den Großbauern zu bitten, uns das verletzte Pferd gegen ein gleichwertiges, aber unverletztes einzutauschen. Die Baroness beschloss, nach Gratenfels zu reiten, da sie, eigener Aussage nach, keine Absicht hatte, „sich in dieses Kuhkaff zu begeben“. Dort wollte sie auf uns warten, während wir zum Dorf ritten, um uns die Pferde des Großbauern anzusehen.

Der Bauer zeigte uns seine Pferde, aber es waren nur Ackergäule, nicht zum Reiten geeignet. Wir beschlossen abzuwarten, dass es meinem Pferd besser ging, bevor wir weiterreisten. Der Bauer war entzückt und lud uns ein, bei der Verlobung seines Sohnes anwesend zu sein. Mein Herr machte sich auf, um die Baroness zu bitten, ins Dorf mitzukommen und die zwei Tage die das Pferd brauchte um sich zu erholen, dort mit uns zu verbringen.

Ich kümmerte mich darum, dass Noti einen neuen Käfig bekam. Wir verbrachten den Abend mit Alkohol. Noti verbrachte den Abend in einem geleerten Bierkrug. Andaryn versuchte, den Knappen und mich über mehreren Krügen roten Biers auszusöhnen. Ich erinnere mich nicht sehr gut an den Rest des Abends. Als meine Augen versagten, brachte mich jemand ins Bett (glaube ich). Immerhin habe ich keine neuen Tätowierungen. Am nächsten Morgen kümmerte Andaryn sich um mich, vor allem gab es irgendeine wirklich üble Medizin, die mich mein gesamtes Abendessen wiedersehen ließ. Danach ging es mir besser.

Gegen Mittag kam mein Herr zurück, allerdings ohne die Baroness. Sie war in Gratenfels und ließ es sich in den Schwefelquellen gutgehen. So verging der Tag. Am Abend saßen wir versammelt bei der Bauernfeier.

Irgendwann merkte ich, dass eine Frau unter uns stand, eine Elfe mit hellem Haar und Bogen. Sie sprach Elfisch – Andaryn konnte sie ein wenig verstehen – und übergab dem verdutzten Dorfalchemisten ein Bündel, das eigentlich für seinen Urgroßvater gemeint war. Dann gingen wir schlafen. Ich hoffe, mein Pferd erholt sich schnell und wir können uns bald der Baroness anschließen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s