as I scan this wasted land

Treu-stolz-wacker!

Die Neue Bastey in Angbar war ein verruchter Ort, voller Gaukler und lichtscheuem Gesindel – also gingen meine Herrschaften weiter und mieteten sich Zimmer im besten Hotel von Angbar. Die Baroness und der Signorino mussten nach der Anmeldung beim Stadtvogt noch einen weiteren Tag auf ihre Audienz beim jungen Fürsten Blasius warten, bei der sie ihm die Nachricht vom nostrischen Fürsten überreichen wollten. So hatten wir Zeit, uns in der Stadt umzusehen.

Andaryn und ich besuchten am Morgen die Messe im Praiostempel, danach waren auch die edlen Herrschaften aufgestanden, und wir beschlossen, die Stadt ein wenig zu entdecken. Es gab ein Stadtviertel, in dem Zwerge in Häusern unter dem Hügel lebten – dort waren auch die Gaststuben Aventuriens, mit mehr oder weniger authentischem Essen aus allen aventurischen Gegenden. Die Baroness hatte einigen Spaß in einem tulamidischen Lokal, in dem man ihr auch gleich ein Engagement anbot. Und Andaryn wurde ein Fässchen Ferdoker Bier angeboten – was in Angbar offenbar höchst illegal ist.

Angbar ist nett, ordentlich und überschaubar, oder, wie die Einheimischen gerne sagen: Treu-stolz-wacker! – und das Bier ist gut. Alle lieben Ingerim, der See glänzt unter dem Auge Praios. Oh ja, am Tag vor der Audienz holte sich mein Herr bei einem Ruderausflug auf dem See einen ausgewachsenen Sonnenbrand, den wir am nächsten Morgen bis zur Audienz behandeln mussten. Am Abend hatten wir noch Karten für die Angbarer Puppenbühne, die ganz nett, aber auch recht harmlos war.

Dann ging es ohne große Ereignisse weiter – einmal wurden wir auf dem Land der Grafen von Waldstein von einem Schauer überrascht. Während wir in der Scheune ein Ende des Regens abwarteten, trafen wir auf eine Elfe, die sich als Naheniel Quellentanz vorstellte. Schließlich erreichten wir am 6. Efferd zu Mittag die Vororte von Gareth.

Gareth ist groß! Es dauerte Stunden, im Gewühl auf der Hauptstraße bis zum Tor zu kommen, und kaum waren wir drinnen, war schon die Zeit fürs Mittagessen gekommen. Andaryn wurde von einem kleinen Mädchen angesprochen, die meinte, das Gasthaus ihrer Eltern wäre ganz in der Nähe und wir könnten dort sehr gut essen. Die Baroness zog ein Gesicht, aber letztendlich gingen wir mit Turike Fassenbrink zum Gasthaus ihrer Familie.

Das Haus Zum Drachentöter war ein frisch renoviertes Gasthaus, das offensichtlich gleich zur Einweihung eine gröbere Schlägerei hinter sich gebracht hatte. Die Wirtin, eine hübsche, wenn auch etwas strenge Dame empfing uns, ebenso ihr freundlicher Mann, der, wie es sich herausstellte, mit Cuano ui Bennain und Raidri Conchobair auf Abenteuer hinausgezogen war. Nun war er zu etwas Geld gekommen und hatte sich seinen Lebenstraum verwirklicht – ein Gasthaus in der Stadt. Sein Abenteurerleben schien so eine Art wunder Punkt bei seiner Frau zu sein.

Die beiden hatten außer Turike noch eine weitere Tochter, die sechzehnjährige Dythlinde, die meinem Herren rahjagefällige Blicke zuwarf, woraufhin sogleich beschlossen wurde, mindestens eine Nacht im Drachentöter zu verbringen. Ich kann mich nicht beschweren, immerhin sind wir in einer Stadt, und nicht in Nostria.

Im Drachentöter abgestiegen waren noch einige Leute: ein stiller Mann, der Bücher las, ein anderer stiller Mann, der sich im Hintergrund hielt, und ein kleiner Kerl mit Schweinchennase, der meinen Herren über die Baroness auszufragen versuchte.

Am Abend brachten wir die Baroness zum Badehaus, und ich schleppte Andaryn auch in eines – wenn auch ein wesentlich günstigeres – Badehaus, wo ich mich gleich nach dem Tratsch umhörte. Anscheinend kam die Hausherrin des Drachentöters nicht mehr wirklich oft in dieses Badehaus, da sie hier einmal fast bestohlen worden wäre. Gleichzeitig erzählten mir die Damen, bei der Renovierung des Gasthauses wäre ein Handwerker zu Tode gekommen.

Und so legte sich der Abend auf Gareth, und was der Morgen bringt, das sehen wir dann.

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