as I scan this wasted land

Bangarang!

Satuarias Tochter erzählt: Oliandra

An meine Schwestern –

Nun sind schon wieder einige Tage vergangen seitdem ich euch geschrieben habe – fast ein ganzer Mondzirkel, doch ich bitte euch inständigst um Verzeihung. Ich hoffe ihr habt euch nicht um mich gesorgt – noch immer bin ich mit meiner neuesten Eroberung – dem ehrenwerten Adeptus Avesandro Rahjácomo Sarastro di Riva del Garda und seinen Gefährten unterwegs.

Wie ich euch bereits in meinen vorherigen Briefen berichtet habe, traf ich ihn während meiner Zeit als Erzählerin Oliandra, als ich mich vor den Nachforschungen des Herrn von und zu Junker Krötengesicht (wie ich ihn seit unserer letzten Begegnung liebevoll nenne) verstecken musste. Jetzt werdet ihr euch bestimmt fragen, in was für Schwierigkeiten ich mich nun schon wieder gebracht habe, doch dieses Mal habe ich ein gutes Gefühl und ich glaube nicht, dass sich die Ereignisse aus Greifenfurt wiederholen werden. Nichtsdestotrotz habe ich Bedenken, ob es wahrlich eine weise Entscheidung war, Avesandro zu gestehen, dass ich eine Tochter Satuarias bin, doch hat mich meine Neugierde von ihm zu lernen und seine Beharrlichkeit quasi dazu gezwungen. Ich schwöre euch – beinahe bereue ich den Tag an dem ich begonnen habe mit ihm zu reden – als wären Levthans Freuden nicht genug für eine neue – nennen wir es mal „Freundschaft“. Aber ich schweife schon wieder ab, zeitweise sind Oliadras Eigenheiten schon zu meinen Eigenen geworden und ich muss aufpassen, dass ich nicht zu viel von mir selbst preisgebe….

Auf alle Fälle sind wir nun endlich in Goldklamm eingetroffen, nachdem wir erst durch Neulowangen ziehen mussten, um einer Familie die Nachricht eines Geistes zu übermitteln, den wir auf unseren Reisen getroffen haben. Ich sage euch – Neulowangen ist ein garstiger Fleck Aventuriens. Die schönen Dinge des Lebens – Wein, Weib und Gesang – sind verpönt und Hjalmar, der stattliche, aber eher schweigsame Krieger der Runde wurde gar der Gaststube verwiesen, weil er Alkohol konsumierte. Avesandro und ich beschlossen darauf hin, den restlichen Abend in unserem Zimmer zu verbringen und sehr leise zu sein. Ihre Gnaden Flavia drängte aber am nächsten Tag gleich zum Aufbruch nach Sternfeld, da sie im Auftrag ihres Tempels die Vorkommnisse zu erforschen gedenkt. Da ich zur Zeit so viel Abstand wie möglich zwischen mich und Greifenfurt zu bringen gedenke, folge ich Avesandro auf seiner Forschungsreise – in welches Nest es mich auch immer führen mag.

Sternfeld hat sich jedoch wahrhaft als Enttäuschung erwiesen, da die „Früchte“ des Sternregens bereits von allen möglichen Goldgräbern und anderen Halunken geborgen wurden. Das mächtige Artefakt, das Flavia und ihre Gefährten zu finden hoffen, ist dabei aber anscheinend noch nicht zu Tage getreten. Zwei relevante Informationen brachte der Ausflug aber ein – wir wissen nun, wo die neuesten Funde des Sternenregens aufgetreten sind, nämlich in Goldklamm und dass Adepta Major Ariana Melethaniem, eine skrupellose Magierin der Halle der Macht mit ihrer eigenen Bande an Halunken ebenfalls auf der Suche nach dem Artefakt ist. Sie nennen sich die „Kralle der Macht“, was so lächerlich ist, dass es beinahe schon wieder gut ist. Avesandro starrte sie zwar ziemlich lange an, als er sie in Sternfels sah, aber er grummelte nur so vor sich her, als ich ihn darauf ansprach. Kurz überlegte ich, der lieben Adepta einen Hexenschuss zu verpassen, aber dann doch beschlossen, dass sie so viel Mühe gar nicht wert ist.

In Goldklamm haben wir dann endlich gefunden, was ich mir unter einer Goldgräberstadt vorgestellt habe. Viele Tavernen, gleich zwei Bordelle, viele starke Männer – und eine berühmt-berüchtigte Travia- Geweihte, die so gar nicht ins Bild einer Geweihten passen will. Schon auf dem Weg nach Goldklamm haben wir von ihr gehört: Die Götter haben sie vor einem Oger, der sie (wie auch immer geartet) vernaschen wollte, gerettet und sie hat daraufhin einen Travia-Tempel gegründet. Ihr Name ist Lieblinde Honigkern und sie entspricht so gar nicht meinen Vorstellungen einer Travia- Geweihten: Als wir sie aufsuchten, um sie über den Anlass zu befragen, trafen wir eine mit Armbrust bewaffnete, rüstige Frau an, die anscheinend die gesamte Bevölkerung Goldklamms mit angedrohter Waffengewalt zu Travias Lehren bekehren will. Tatsächlich wollte sie auch Avesandro und mich in den glücklichen Bund der Ehe zwingen, doch bevor sie dann wirklich ihre Armbrust auspackte, habe ich beschlossen mich abzusetzen, um einem schlimmen Ende zu entgehen. Ich habe noch nicht ausgemacht, ob dies der Tod oder die Ehe ist, aber sobald ich eine definitive Antwort gefunden habe, werde ich es euch wissen lassen.

So kam es, dass ich mich auf der Suche nach Informationen in einem interessanten Etablissement – dem Rammbock – wiederfand. Ich habe mich auf Anhieb sehr gut mit der Inhaberin Marie verstanden und bei Getränken und anderen Erfrischungen hat sie mir auch eine wichtige Informationen gegeben. Anscheinend gibt es ein Orakel – sein Name ist Alrik – in Goldklamm, das die Fundorte des Sternenregens voraussagen kann. Da ich den ganzen Nachmittag über die verführerischen Angebote in Maries Haus beobachten konnte, beschloss ich auch gleich die Dienste eines maraskanischen Pärchens für den Abend zu buchen, um gemeinsam mit Avesandro unsere erfolgreiche Flucht aus den Fängen der Travia- Geweihte zu feiern.

Doch davor musste ich noch mehr über Alrik herausfinden. Als ich erfuhr, dass er seiner Gabe nur im volltrunkenen Zustand freien Lauf lassen kann und ich die Ausgaben für seinen Vollrausch wohl kaum mit Ihrer Gnaden Flavia abrechnen konnte, musste ich zu einer List greifen. Die Prophezeiung von Alrik wurde an diesem Abend von den Galton- Schwestern gekauft, die sich auch gleich mit ihm in einem Hinterzimmer der Taverne verschanzten. Ich lief also schnell zum Rammbock, in dem ich ja ein Zimmer für die Nacht reserviert hatte und verstaute meine Ausrüstung und Kleidung dort. Dann rief ich Satuaria an und verwandelte mich in eine Katze, um so ungesehen in das Hinterzimmer zu schleichen und dem Orakelspruch zu lauschen.

Tja – die Verwandlung verlief einwandfrei – obwohl ich schon gestehen muss, dass es ein ziemlich unangenehmes Erlebnis war. Aber die wahre Herausforderung stand mir noch bevor. Sehr unsicher tastete ich mich auf meinen ungewohnten Katzenpfoten voran, doch das Dach, von dem ich springen wollte, um in die Gastschenke zu kommen, erschien mir wahrlich zu hoch. Da stand ich nun – ein hilfloses Kätzchen am Dach eines Bordells. Die Zeit verging und ich stellte mir vor, welch ungesunde Folgen es für mich haben könnte, sollte ich mich vor all den Augen der Schatzjäger wieder in einen Menschen zurückverwandeln. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und sprang vom Dach. Zum Glück kam ich heil am Boden an und tatsächlich gelang es mir, mich in das Hinterzimmer zu schleichen und dem Gebrabbel von Alrik zu lauschen. Leider konnte ich mir nicht alle Wegbeschreibungen merken, aber auch Ihre Gnaden Flavia, Sato und Infirnia blieben nicht untätig und fanden im Laufe des Nachmittags heraus, wie man zum Ort des letzten Sterneneinschlages kommt. Ich schaffte es gerade noch ins Zimmer, um mich wieder in meine menschliche Gestalt zu verwandeln und ich will euch nur so viel verraten: die Nacht im Rammbock war wirklich unvergesslich.

Am nächsten Tag haben wir uns an die Fersen der Galton- Schwestern geheftet – Ihre Gnaden Flavia hatte am Vortag anscheinend ein interessantes Gespräch mit einem alten Magier, der es irgendwie mit Hilfe von mathematischen Formeln geschaffte hat, den Ort des nächsten Sternschlags zu berechnen. Auf dem Weg zum Ort des Einschlags – einer alten Kupfermine – trafen wir auf eine seltsame Frau. Sie hatte weißes Haar und sehr helle Haut und war von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet. Sie wollte uns eine Abkürzung zeigen, aber dafür einen Teil der Steine haben. Ihre Gnaden Flavia willigte ein und Avesandro murmelte die ganze Zeit was von „die Mada persönlich“. Schließlich führte sie uns zu einem geheimen Seiteneingang und wir zwängten uns durch ein mit brennenden Moos bewachsenen Höhleneingang.

Wir trafen auch gleich auf einen Grolm, den Hjalmar beinahe köpfte, doch Avesandro konnte seinen vorzeitigen Tod gerade noch verhindern. Der verschreckte Grolm führte uns mehr oder weniger freiwillig zu seinem Anführer, der uns Mondsteine versprach, wenn wir die mordlüsternen Galton- Schwestern aus seiner Mine vertreiben würden. Nachdem die grauslichen Schwestern dann irgendwann doch aus der Mine verschwunden waren und Avesandro über das Versäumnis, einen Ignisphaero auf die Galtons zu schleudern hinweggekommen war, fanden wir tatsächlich auch noch weitere Mondsteine.

Die Nacht haben wir vor dem Mineneingang verbracht, obwohl ich gestehen muss, dass wir uns alle irgendwie beobachtet vorgekommen sind. Die Rückreise nach Goldklamm verlief ansonsten jedoch recht ereignislos, doch sollte ich nochmals auf die bösartigen Galton- Schwestern treffen, oder auf die „Kralle der Macht“, werde ich wohl zu drastischeren Mitteln greifen müssen.

Satuarias Segen sei mit euch, meine lieben Schwestern!

Eure J.

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