as I scan this wasted land

absolut kein Grund zur Panik

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Sato Leonar Isidorn Cyberian von Greifsmantel.

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass in meinem letzten Brief die Emotionen und der Frust über diverse Personen die wir getroffen haben etwas überhandgenommen haben. Das tut mir Leid, ich werde versuchen meine Berichte etwas sachlicher zu gestalten.

Wir trennten uns kurz, um unsere Sachen zu packen bzw. was wir nicht brauchten und uns eher aufhalten würde beim Hesindetempel unterzubringen, dann trafen wir uns wieder in der Nähe des Nordtors, von wo das Gerücht über die weißhaarige Frau offenbar seinen Ursprung genommen hatte. Hjalmar tauchte nicht auf, offenbar wollte er sich über die Kanalisation einen Weg hinaus bahnen. Mithilfe einiger Accessoires und meiner Reserveverkleidung machte ich Ifirnia, die ja immer noch wegen Hochverrats gesucht wurde, so gut es ging unkenntlich. Aber diese gutaussehenden Halbelfinnen stechen überall hervor und ich denke die Kommandantin der Stadtwache die auch am Nordtor war hat sie wohl erkannt, uns aber dennoch ziehen lassen. Wir befragten auch noch den Urheber des Gerüchts, der höchstpersönlich beobachtet hat wie eine Gruppe Orks Reisende überfallen hatten, etwa eine Tagesreise entfernt von Lowangen. Diese Orkgruppe hatte offenbar eine weißhaarige Frau als Gefangene dabei, die von der Beschreibung genau M’Darrsla entsprach.

Wir ließen uns den Weg beschreiben und machten uns auf, die Stelle des Überfalls zu suchen. Dort angekommen folgten wir den Spuren der Orks. In meinem grenzenlosen Optimismus hatte ich irgendwie angenommen, dass wir sie in ein oder zwei Tagen einholen würden. Ha! So getäuscht hab ich mich in meinem Leben noch nicht. Zu allem Überfluss wichen sie auch noch von der Straße ab und marschierten in die Svelltsümpfe. Wir hätten es riskieren können und der Straße weiter folgen in der Hoffnung dass die Orks wieder auf die Straße zurückkehren und wir ihre Spur wiederfinden würden, aber es stand zuviel auf dem Spiel um dieses Risiko einzugehen. Nach all den Leuten zu schließen die sich für das Artefakt und M’Darrsla interessierten, wuchs in mir langsam die Befürchtung dass hier weit mehr auf dem Spiel stand als nur irgendein Phex-Artefakt zu finden. Also wanderten wir widerstrebend in die Sümpfe. Ohne Ifirnias Führung wären wir dort wohl tausend Tode gestorben, wir wären ja fast mit ihrer Führung draufgegangen.

An einem der Lagerplätze der Orks wurden wir von einem Grubenwurm angegriffen, der sich zum Glück hauptsächlich auf Ifirnia konzentrierte die sich erfolgreich dagegen verteidigen konnte. Avesandros sehr unbeeindruckendes Starr-Duell mit dem Grubenwurm muss diesen aber sehr eingeschüchtert haben, da er nach dem ersten Stich mit meinem Schwert bereits zusammenbrach. Wir haben zum Glück nur ein paar Kratzer und einen angeblich sehr penetranten Geruch davongetragen, der nach ein paar Tagen und Regenfällen aber auch verschwand. Nach ein paar Ausflügen in Sumpf- und Schlammlöcher bei denen Avesandro wieder mal Flavia zum Weinen brachte – er hat wirklich das Feingefühl eines Holzhammers – trafen wir zum Glück auf einige Orks mit braunem Fell. Nach einigen Verhandlungen und im Tausch gegen einen meiner exzellenten und teuren Wurfdolche erklärten sie sich bereit uns mit ihren Kanus an den Rand des Sumpfes zu bringen, was uns vermutlich um einige weitere Nah-Tod Erfahrungen brachte.

Unglücklicherweise wurde Ifirnia dann krank, was uns einige Zeit kostete, aber zum Glück war es nur Dumpfschädel. Wir hatten die Spuren der Orks nicht verloren und so sahen wir bald dass sie zurück auf die Straße marschierten. Wenn wir das gewusst hätten…

Am selben Tag noch beobachten wir eine Gruppe Orks im Kampf gegen eine Gruppe Nicht-Orks. Als wir näherkamen, flüchteten die Nicht-Orks und wir konnten sie als die Kralle der Macht identifizieren. Das machte uns die Orks gleich sympathisch und als wir mit ihnen ins Gespräch kamen, stellte sich nach anfänglichem Misstrauen bald heraus dass auch sie, genauer gesagt ihr Anführer, der Orkschamane Grashok Dunkelhand, ein Hühnchen mit Puschinske zu rupfen hatte. Frei nach dem Motto „Der Feind meines Feindes…“ sprachen wir ein wenig und Grashok erzählte uns dass er von der weißhaarigen Frau wusste. Er bezeichnete M’Darrsla als Gabe des Tairach, aber es war irgendwie nicht zu erkennen wie er zu den Orks stand die sie gefangen hielten. Ich vermute, wenn er sie in seine Finger bekäme, würde er sie für seine eigenen Zwecke verwenden und generell würde das nicht gut für M’Darrsla oder irgendwen enden. Das nächste Mal wenn wir uns begegnen könnten wir schon wieder Feinde sein, obwohl er ein eher menschenfreundliches Gehabe an den Tag legte. Das könnte aber auch eine Maske gewesen sein. Dennoch erklären wir uns bereit für ihn und seinen Orktrupp Nahrungsmittel aus einem nahegelegenen Dorf zu besorgen, Feinde haben wir schon genug, es wäre schön zur Abwechslung mal Freunde – oder zumindest zeitweise Verbündete – zu haben. Danach trennten sich unsere Wege wieder.

Nach einer angenehmen Übernachtung in der nächsten Ortschaft führten uns die Spuren und die Berichte von Reisenden die die Orks gesehen hatten weiter die Straße – oder besser gesagt den Knüppeldamm – entlang. Wir begegneten ein paar Dualisten mit denen sich Avesandro ein Schreiduell lieferte, das er wohl glaubte gewonnen zu haben, schließlich hatte er lauter geschrien. Dabei sind Dualisten eigentlich, wenn man die richtigen Worte findet ganz vernünftige Leute, mal abgesehen von ihren lächerlichen Überzeugungen. Einige Zeit später trafen wir auch auf einen Graf Soundso von der Feuchten Mark oder so ähnlich. Er bezeichnete sich als illustres Mitglied des lokalen Widerstands gegen die Orkbesetzung, die sich offenbar einen Dreck darum schert. Es war sehr offensichtlich dass er nichts weiter als ein aufgeputzter Bandit war, der sich zum Glück mit ein paar Silber abspeisen ließ. Anmaßendes Pack, das sich als Adelige aufspielt um Wegzoll zu kassieren knüpfen wir im Mittelreich am Wegesrand auf, aber hier kann sich solches Gesindel offenbar halten.

Am nächsten Tag führte die Spur weg von der Straße nach Westen in den Wald, in Richtung Blutzinnen. Wir trafen dort auf weitere Orks, die das Gebiet als ihr Territorium bezeichneten. Zum Glück ließen sie uns unbehelligt weiterziehen. In der Nacht sah Ifirnia das Licht eines Lagerfeuers in der Nähe und wir beiden schlichen uns an. In der Nähe angekommen sahen wir Lleanne in der Begleitung einer ziemlich korpulenten Jägerin, geschmückt mit Bärenkörperteilen. Ich trat ins Licht des Lagerfeuers und nachdem der erste Schreck verflogen war, freute sich Lleanne offenbar uns wiederzusehen. Wir legten unsere Lager zusammen und beschlossen gemeinsam den Orks weiter zu folgen. Die Jägerin, die sich die Bären-Brenja nannte erklärte auf unsere Frage wie sie es vor uns hierher geschafft hatten herablassend, dass ja völlig klar war dass die Orks nur um ihre Spuren zu Verwischen in den Sumpf gegangen waren und sie deshalb auf der Straße geblieben sind. Gut geraten, aber wenn sie falsch gelegen wäre, wären sie jetzt am falschen Ende des Orklands und hätten keine Chance sie jemals einzuholen.

Am nächsten Tag reisten wir weiter und kamen immer weiter ins Bergland. Gegen Abend sahen wir eine Herberge, in die wir einkehrten. Sie war offenbar gut besucht von Leuten die krampfhaft versuchten zu verbergen dass sie Widerstandskämpfer waren. Allerdings schienen sie mehr Widerstand als Kämpfer zu sein, denn außer große Reden zu schwingen war ihnen wenig zuzutrauen. Sie schienen auch große Angst davor zu haben, dass wir rausbekommen wer sie sind, denn am nächsten Morgen waren sie alle weg.

Wir reisten weiter und der Weg wurde langsam ziemlich schwierig. Zu allem Überfluss fand Ifirnia auch noch die Spur eines Ogers, ein Fußabdruck den sogar ich auf Anhieb sehen konnte. Als es wenig später zu regnen begann und wir auf der Suche nach einem Unterschlupf waren, trafen wir auch besagten Oger, der ohne Umschweife zu brüllen begann und auf uns zustürmte. Zum ersten Mal zeigte Avesandro dass er offenbar doch zu Magie imstande ist, als ein fingerdicker Feuerstrahl aus seiner Hand schoss und den Oger schwer verletzte. Ich brachte auch einen Stich an, der ihn aber kaum verlangsamte, den Rest gab ihm denn Ifirnia mit einem glücklichen Schuss aus Nahkampfdistanz direkt ins Auge.

Und so lagern wir hier nun zitternd im Schutz eines Felsüberhangs, neben uns die stinkende Leiche des Ogers, und brüten darüber was uns wohl erwartet, wenn wir die Orks endlich eingeholt haben. Ich hoffe du hörst bald von mir,

Dein Sato

Anhang 1: Portrait von Grashok Dunkelhand
Anhang 2: Karikatur von Bären-Brenja, wie sie mit ihrem Körpergewicht einen armen, hilflosen Firunsbären erdrückt

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