as I scan this wasted land

ich wäre so gern in Kuslik

Ein Bericht unserer Frau vor Ort: Flavia A. P. di R. d. G.

Nachdem wir unter dem Vorsprung übernachtet hatten, den wir vom Oger übernommen hatten – und mit übernommen meine ich ihn getötet und unter wir meine ich Ifirnia – mussten wir im Morgengrauen schon wieder weiter, M’Darrsla und ihren Entführern hinterher. In der Früh stellte sich auch noch heraus dass Hjalmar die halbe Nacht im strömenden Regen Wache gehalten hatte und seine Kleidung komplett nass war, so dass Sato ihm etwas von sich leihen musste und unser Thorwaler den Rest des Tages bauchfrei verbringen musste. Ob dieses Sitzen im Regen zu einem thorwalschen Mannbarkeitsritual gehört? Oder ist es Balzverhalten? Ich glaube nicht, dass er Ifirnia mit Dummheit beeindrucken kann. Oliandra viel eher (siehe Avesandro!). Muss Hjalmar demnächst dazu befragen.

Noch befanden wir uns auf der Svellttalseite des Gebirges, und was ich für das Orkland gehalten hatte, stellte sich im Licht des neuen Tages als noch mehr Gebirge heraus. Also ging es weiter bergauf, Ifirnia nach. Sie suchte die Spuren der Orks denen wir folgten, und sie schienen zum Pass zu eilen, der sie ins Orkland führen würde. Etwas später merkte Ifirnia dass die Orks wohl einen Hinterhalt planten. Sie und Sato machten sich davon, die Orks im Hinterhalt zu überrunden und so zu überraschen. Währenddessen mussten wir zurückbleiben und den Orks das Gefühl geben, dass wir keine Ahnung hatten dass sie da waren. Leider stieß die Bären-Brenja auf einen Busch mit interessanten Beeren und steckte sich einige ein. Ich hatte keine Ahnung was die so konnten, aber Hjalmar probierte eine und meinte, sie hätten einen einmaligen Geschmack. Und das stimmt! Einmalig! Ich musste direkt einen Schluck aus Hjalmars Flasche mit nicht näher definiertem Desinfektionsalkohol nehmen um den Geschmack loszuwerden. Bären-Brenja meinte dann, man nimmt diese „Ogerbeeren“, um Ungeziefer zu vertreiben. Hätte sie auch vorher sagen können.

Unterdessen kamen Ifirnia und Sato zurück und berichteten dass da oben ein einzelner Ork mit einem seltsam geformten Pfeil wartete. Wir wollten ihn daran hindern ihn abzufeuern und ihn dann befragen. Zu diesem Zweck hätte er am Leben bleiben müssen. Was soll ich sagen: Wenn man Hjalmar einmal bittet, zart mit Leuten umzugehen, werden sie halbiert statt geviertelt. Während wir Bären-Brenja beistanden – die hatte sich ihren Armbrustbolzen mit Gusto ins Bein geschossen und fast eine Arterie getroffen – verblutete der Ork, nicht ohne jedoch zuerst den Pfeil abgeschossen zu haben, der ein lautes Geräusch von sich gab – er hatte es geschafft, seinen Auftrag auszuführen. Ifirnia war ganz fasziniert von der Art, wie die Federn am Pfeil angeordnet waren, um so die Luft zum Vibrieren zu bringen. Als ich es wagte, Hjalmar behutsam auf den toten Ork anzusprechen, stürmte er wütend davon und beschäftigte sich eine Weile damit, einen Baum umzuhacken. Unmöglich.

Es folgten Gewaltmärsche. Ich erinnere mich nicht an viel. Die Vegetation wurde immer weniger, die Luft immer dünner, die Vorräte immer weniger. Wir gingen immer weiter nach oben, und Ifirnia versicherte uns dass wir den Orks mit M’Darrsla immer näher kamen. Als ich nicht mehr konnte, rettete mich Hjalmar gerade noch davor, auf dem Boden aufzuschlagen und den Berg ins Svellttal hinunterzurollen.

In der Nacht machte Oliandra uns ein schwerwiegendes Geständnis: sie ist eine Tochter Satuarias. Sie schien meinetwegen etwas unsicher zu sein, und man kann ihr das nicht verdenken: die Kirchen der Zwölfgötter, Praios allen voran, sind nicht unbedingt dafür bekannt, Hexen zu tolerieren. Zum Glück gehöre ich der aufgeklärten Kirche der Hesinde an und gehöre zum Kusliker Tempel. Genug gesagt.

Morgens erklärte sie uns außerdem, sie sei in der Nacht ein wenig ausgeflogen und hätte das Lager der Orks ausgekundschaftet – sie waren zwei Stunden Fußmarsch vor uns. Leider hatte sie sie auch in Alarmbereitschaft versetzt und es geschafft, sich anschießen zu lassen. Wir beeilten uns, und kurz vor dem Pass sahen wir sie wirklich. Sechs von ihnen trennten sich vom Rest der Gruppe und kamen auf uns zu. Sie schienen nicht mit uns sprechen zu wollen, und so war es dann leider auch. Bewaffnete Schwarzpelze stürmten auf uns zu. Ifirnia und Brenja lösten eine Steinlawine aus und verletzten einige, dennoch war es ein schwerer Kampf. Am Ende standen wir und die Orks waren besiegt. Lleanne sah erschüttert aus, als würde sie gerne wieder nach Lowangen zurückgehen. Ich fühlte mit ihr. Nach einer Pause, die wir nützten um unsere Verletzten zu verbinden, gingen wir weiter. Hoch oben am Pass sahen wir die restlichen Orks und M’Darrsla auf uns warten. Einer der Orks – ziemlich wahrscheinlich ein Schamane – wedelte mit seiner Keule und beschwor einen Windelementar, der uns aufhalten sollte. Man sollte nicht glauben wie nützlich so ein Hexenbesen sein kann. Leider sah ich das alles wie durch einen Schleier aus Blut, denn ich wurde vom Windelementar erfasst und gegen eine Steinwand geklatscht, dass ich dachte, meine letzte Stunde hätte geschlagen. Nachdem sein Elementar vernichtet war, machte sich der Schamane ziemlich schnell davon und ließ M’Darrsla zurück mit seinem letzten Verbündeten.

Ein Dolch an M‘Darrslas Hals warnte uns, weiterzugehen, doch konnte Sato den letzten verbleibenden Ork überzeugen dass es ziemlich schlau wäre, uns die junge Frau zu überlassen, was er auch tat. Unterdessen kümmerte sich Oliandra um meine Wunden, und bald war ich wieder wie neu.

Lleanne war überzeugt, dass M’Darrsla die Maday’kha war, und als sie den Stein – die Sternengabe – anfasste, konnte man das glauben, denn sie glühte silbrig-weiß auf, so dass einen Moment lang das Sonnenlicht dem Mondlicht wich. Als sie wieder ansprechbar war, erzählte sie von ihrer Vision – der Stein wollte zu einem heiligen Ort gebracht werden, der Vashrak hieß. Sie selbst fühlte sich vom Stein angezogen. Als wir sie fragten ob sie mit uns und dem Stein nach Vashrak suchen würde, gestand sie dass sie nicht weiter ins Orkland gehen wollte – anscheinend hatte sie nach einigen Tagen in Gesellschaft ihrer Entführer keine Lust mehr auf die Gastfreundschaft von Orks. Sie überlegte hin und her und meinte, sie würde uns am nächsten Tag Bescheid geben ob sie weiter mit uns gehen oder mit Lleanne und Bären-Brenja zurückkehren würde.

In der Nacht hatte ich einen Traum von einem großen Tor, hinter dem sich Antworten finden würden. Am Morgen verabschiedeten sich die drei Damen von uns. Und auf der anderen Seite des Passes sahen wir das Orkland (diesmal aber wirklich).

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