as I scan this wasted land

Milchmädchenrechnung

Auszug aus dem Vademecum des Adeptus Avesandro Rahjácomo Sarastro di Riva del Garda, Esquirio

Gedächtnisprotokoll der Namenlosen Tage zwischen 1034 B.F. und 1035 B.F.

– Zu M’Darrsla zu gelangen war letzten Endes wesentlich einfacher als zunächst angenommen; die Orks haben uns gefangen genommen, da wir die Kultstätte von Vashrak zerstört haben, und haben uns dorthin eskortiert

– Sämtliche Beteuerungen, dass das weder unser Ansinnen noch überhaupt unsere Schuld war haben nichts genützt; einzig die Fürsprache von Grashok Dunkelhand hat (vorläufig) unser Ende hinausgezögert

– Als Gefangene zur (wichtigsten?) Kultstätte der Orks – zur Baustelle des „Mondturms“ – gebracht und als Sklaven beim Bau eingesetzt

– Der 200 Schritt hohe Turm stand in einem rund 200 Schritt tiefem Talkessel. Er schien noch lange nicht fertiggestellt. Das Fundament hatte einen Durchmesser von rund 250 Schritt; eine beeindruckende Leistung – allerdings war die Stabilität nicht ganz so beeindruckend (wie sich später herausstellen sollte)

– Am Fuße des Turms ein Lager mit unterschiedlichen Orktrupps (permanente Reibereien) und ein Pferch mit rund 1.000 Sklaven – hauptsächlich Menschen aber auch Yurach

– Die Versorgung der Sklaven war schlecht (zu wenig Essen) und dementsprechend gab es Verteilungskämpfe – homo homini lupus est (wie die alten Bosparaner zu sagen pflegten)

– Eine kleine Gruppe unter der Führung einer gewissen Alrike hatte sich organisiert und terrorisierte den Rest des Lagers

– Hjalmar ist es gelungen Zugang zu Alrikes Gruppe zu finden. Er brachte in Erfahrung, dass die Gruppe einen Aufstand mit anschließendem Ausbruch plant: die Zündung eines Ignisphaero auf der einen Seite des Sklavenpferchs sollte als Ablenkungsmanöver dienen. Dies sollte einen Aufstand eines großen Teils der Sklaven auslösen, die in die Bresche laufen und die Wachen ablenken sollten. Währenddessen würden Alrike und einige Auserwählte auf der anderen Seite flüchten, wo mit weniger Widerstand zu rechnen war. An den unfreiwilligen, „verlorenen“ Haufen von rund 200 Menschen wurde bei der Planung kein Gedanke verschwendet.

– Gerade als wir zur Tat schreiten wollten ist dann außerhalb(!) des Sklavenpferchs ein Ignisphaero detoniert und hat damit den Aufstand losgetreten, ohne dass wir auch nur irgend eine Gelegenheit gehabt hätten uns vorzubereiten

– Trotzdem hat alles so funktioniert wie geplant und wir sind mit Alrikes Gruppe auf der anderen Seite des Pferchs entkommen

– Auf dem Weg zur Treppe ist der Mondturm von einer heftigen Explosion erschüttert worden und hat begonnen zusammenzubrechen. Dadurch war ein Vordringen zu der Treppenbefestigung nicht möglich und wir wurden von den Orktruppen gestellt; wer sich nicht ergeben hat wurde gnadenlos niedergemacht

– Wir haben uns ergeben und wurden in das Lager zurückgebracht. Dort erkannte uns der Aikar Brazoragh persönlich als die, „die ihm beinahe entkommen wären“. Wir konnten uns das nicht erklären – aber das half nichts: wir wurden in den Turm gesperrt

– Am nächsten Tag wurden wir zu Aikar Brazoragh, M’Darrsla (!) und noch einigen Schamanen gebracht; M’Darrsla schien nervös und sagte dann zu Aikar Brazoragh, dass sie „sich entschieden hätte und dass das nicht ihr Weg sei“. Daraufhin verblasste die Umgebung und wir waren alleine im Raum

– Nach einigen Momenten wurde uns klar, dass M’Darrsla uns einen Tag zurück versetzt hatte (der Mondturm und der Sklavenpferch waren unversehrt) – und noch einige Augenblicke später wurde uns allen die Einmaligkeit der Gelegenheit bewusst – nämlich zu beenden was wir angefangen hatten: Den Mondturm zu zerstören.

– Die damit verbundene Erkenntnis, dass ICH damit auch zumindest indirekt für den Tod von rund 250 Menschen verantwortlich werden würde (die 200 an der Ausbruchsstelle und die 50 von Alrike denen Flucht nicht gelungen ist) traf mich völlig unvorbereitet und wesentlich härter als ich vermutet hätte

– Trotzdem tat ich was getan werden musste und sprach den Ignisphaero – und das Schicksal so vieler Menschen nahm seinen unbarmherzigen Lauf

– Wir eilten nach oben wo wir M’Darrsla im Gespräch mit Aikar Brazoragh fanden und stürzten uns sofort auf den Ork-Schamanen; ein ungleicher Kampf brach los aber wir schafften es ihn soweit aufzuhalten, dass M’Darrsla verstand wer sie war und dass sie fliehen musste

– Das tat sie dann auch und gemeinsam schafften wir es, den Turm zum Großteil zum Einsturz zu bringen und mit ihr zu entkommen

– Wir kämpften uns den Weg zur Treppe hinauf frei und gelangten an den oberen Rand des Talkessels

– Dort verabschiedeten sich alle von M’Darrsla – ich konnte nicht, da mich dort oben beim Anblick des tief unter uns liegenden Infernos die volle Erkenntnis traf: Ich habe nicht nur 250 Menschen indirekt getötet sondern auch die übrigen Sklaven nicht befreit und damit ihrem Unheil überlassen. War das unvermeidlich? Oder habe ich nur nicht genug nach Alternativen gesucht? Der Wille der Götter? Oder habe ich den unergründlichen Willen der Götter nur falsch gedeutet? Schicksal? Oder habe ich einfach Schicksal gespielt? War ich das Werkzeug der Götter? Oder war ich das Werkzeug von jemand anderem?

– Nun sind wir wieder in Lowangen und ich habe zwar meine Erlebnisse dokumentiert (so gut ich es aus dem Gedächtnis konnte) – aber Antworten auf die oben gestellten Fragen habe ich noch immer nicht; ein vielleicht unbedeutendes Detail am Rand ist jedenfalls, dass alle nicht während der Namenlosen Tage sondern am 1. Praios 1035 B.F. gestorben sind – wenigstens sind ihre Seelen nicht verloren (wenn das auch nur ein schwacher Trost ist)

– Beim Durchlesen ist mir aufgefallen, dass das alles reichlich wirr klingt – aber ich bin leider gänzlich außerstande mich klarer auszudrücken

Gedächtnisprotokoll Ende

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