as I scan this wasted land

so aufregend, Bösewichte

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Adeptus Janjuk Perensen

Liebe Rika,

es ist erst ein paar Tage her, dass wir aus Gareth aufgebrochen sind, und doch sind wir bereits an der Trollpforte – es ist ein erschreckender Gedanke, dass die Schwarzen Lande dem Zentrum des Mittelreichs so nahe sind. Bisher dachte ich, die mittelreichischen Städter hätten ein einfaches Leben ohne akute Bedrohungen, aber dem scheint nicht mehr so zu sein.

Aber der Reihe nach! Die Familie des Edlen Sato von Greifsmantel hatte schon einige Zeit keine Nachricht mehr von einem ihrer Sprösslinge erhalten, und der junge Herr von Greifsmantel wurde beauftragt, ihn zu besuchen und zum Stand der Dinge an der Grenze zu befragen. Man war offenbar nicht gewillt, ihm eine größere Dienerschaft mitzugeben, weshalb er uns (den Horasier Adeptus Avesandro von der Halle des vollendeten Kampfes zu Bethana und seine Mätresse Oliandra, eine Kräuterkundige aus dem Mittelreich, den thorwalschen Krieger Hjalmar, die halbelfische Jägerin Ifirnia und natürlich auch Flavia) bat, ihn zu begleiten. Flavia lehnte zwar ab, da sie im Tempel gebraucht wurde, aber ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, einen Blick auf die Trollpforte zu erhaschen. Wie du weißt, war die trollische Raumschrift schon immer ein Steckenpferd von mir – und wo, wenn nicht dort, ließen sich Fragmente davon finden?

Unsere illustre Gesellschaft (bei obiger Aufzählung fühlte ich mich kurz wie in einer dieser Abenteuergeschichten, nur ein Zwerg fehlt uns noch, hihi) brach von Gareth gen Rommilys auf. Ein Schneesturm konnte uns nur kurz aufhalten, die Straßen des Mittelreiches sind in sehr gutem Zustand. In Rommilys zog Herr von Greifsmantel Erkundigungen ein, und während Adeptus Avesandro es vermied, von seiner Mätresse auch nur in die Nähe des Traviatempels gezogen zu werden, entwickelte Ifirnia im Gespräch mit mir ein unerwartetes Interesse an magischen Schriften und Matrizen. Übrigens im starken Gegensatz zu Adeptus Avesandro, der sich überhaupt nicht gibt, wie es unserer Zunft angemessen wäre … allein die Kleidung! Er läuft herum wie ein horasischer Geck, für den gemeinen Bürger nicht als Magier erkennbar und scheint sich der Verantwortung seines Standes nicht bewusst zu sein.

Nach Rommilys umwanderten wir das Ochsenwasser und näherten uns Burg Mersingen. Ich zog mir eine leichte Erkältung zu, worüber Oliandra und Ifirnia sehr entsetzt schienen – ich weiß nicht, was sie getan hätten, wenn sich einer aus unserer Reiserunde eine echte Krankheit eingefangen hätte! Das Anwesen entpuppte sich als befestigtes, verlassenes Haus. Sämtliche Türen waren vernagelt, und selbst Hjalmar konnte die Balken nicht herausreißen. Der Riese, darob in Rage, griff natürlich sofort zur Axt und verarbeitete die Tür zu Kleinholz.

Das Haus selbst war leer, die besorgten Heiler der Gruppe quartierten Herrn Sato und mich im oberen Stockwerk ein, wo wir uns erholen sollten. Langsam verstand ich ihre Beweggründe, denn der junge Herr von Greifsmantel schien tatsächlich schwer unter dem Schnupfen zu leiden. Mir war ein wenig Ruhe auch recht, also erhob ich keine Einwände und gönnte mir ein wenig Schlaf, während der Rest der Gruppe das Haus erkundete.

In der Nacht weckten mich laute Geräusche. Ich lief nach unten, wo sich Adeptus Avesandro, Ifirnia und Oliandra über eine unbekannte Gestalt beugten. Es handelte sich um eine Frau, die offenbar barfuß und nackt auf das Anwesen zugestolpert war. Sie befand sich in einem Schockzustand, und auch wenn ich sie mit Magie nicht aus ihrer Apathie holen konnte, spürte ich doch eine dämonische Signatur auf ihr. Trotz meiner Warnungen beschloss die Gruppe, die Frau neben unseren Pferden aufzuwärmen. (Ich habe ja noch gar nicht erwähnt, dass die Greifsmantels uns mit Pferden ausgestattet haben. Meines heißt „Alvide“, ein recht ungewöhnlicher Name wie mir scheint).

Den nächsten Tag verbrachten Adeptus Avesandro, Ifirnia und Hjalmar damit, die Gegend zu erkunden. Ich muss dir sagen, dass es wohl ein ziemlicher Glücksfall war, dass ich sie nicht begleitet habe – bei ihrer Rückkehr des Abends erzählten sie, sie hätten es mit lebenden Toten zu tun bekommen! Dabei hat Adeptus Avesandro scheinbar keine Probleme gehabt, sich als Magier zu zeigen – offenbar hat er einige von ihnen in lodernden Ignisphaeri verbrannt. Wir beschlossen ob dieser beunruhigenden Neuigkeiten, schnellstmöglich nach Sancta Boronia aufzubrechen und die dort ansässigen Geweihten von den Vorkommnissen zu informieren.

Am Borontempel angekommen, bäumte sich die apathische Frau plötzlich auf – ich konnte mit einem astralen Blick erkennen, dass die dämonische Macht von ihr abließ, als sie geweihten Boden betrat. Die viel wichtigere Neuigkeit, die wir hier erfuhren, war aber, dass sich Herrn Satos Bruder offenbar auf dem Tempelgelände befand, und zwar in einem ähnlichen Zustand wie die aufgefundene Frau. Wir begaben uns zu ihm, und zwischen Gesprächen und Analysen fanden wir Dinge heraus, die ich in diesem Brief zum Wohle der Familie Greifsmantel nicht wiedergeben möchte. Es sei nur gesagt, dass die Frau, mit der er den Traviabund geschlossen hatte, ihr Möglichstes getan hat, ihm und dem Landstrich zu schaden. Sie scheint hinter den wandelnden Toten zu stecken, und auch wenn wir die Seele von Herrn Satos Bruder in dieser Nacht retten konnten, so steht den Boronis der Umgebung noch ein harter Kampf gegen das unheilige Weib bevor. Hjalmar möchte sich ja am liebsten selbst in den Kampf stürzen, aber ich will hoffen, dass der Rest der Gruppe besonnener ist.

[der Rest des Briefes ergeht sich in Belanglosigkeiten wie der Bitte um mehr Tee aus der Heimat]

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