as I scan this wasted land

eine lange Rutschpartie

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Sato Leonar Isidorn Cyberian von Greifsmantel.

Über die Gründe und Begleitumstände unserer Reise weißt du ja Bescheid, deshalb werde ich darüber keine weiteren Worte verlieren. Die Reise nach Rommylis verlief weitgehend ereignislos, auch wenn wir dabei einige der weniger edlen Eigenschaften der Landbevölkerung kennengelernt haben. Liegt vielleicht aber auch am angeborenen Charme Avesandros. Das war übrigens Sarkasmus, falls das aus meinen früheren Briefen nicht schon leicht ersichtlich war.

In Rommilys angekommen, vereinbarte ich so rasch wie möglich ein Treffen mit unserer Kontaktperson, die uns leider nicht viele Einzelheiten verraten konnte. Der Ring mitsamt Finger unseres Vertrauensmannes wurde in der Nähe der Burg Mersingen gefunden, die mittlerweile von der besitzenden Familie verlassen wurde. Der hohen Dame war es offensichtlich zu kalt in der Gegend, ganz kann ich es ihr auch nicht verdenken. Das würde also offenbar unser nächster Anlaufpunkt sein. Nach Gerüchten über grauenhafte Bestien am Ostufer des Ochsenwassers entschieden wir uns auf Anraten unserer Jägerin den längeren, aber deutlich sichereren Weg westlich des Ochsenwassers zu nehmen. So gelangten wir schließlich auch unbehelligt zur Burg Mersingen, wo wir jedoch anstatt uns diskret Zugang zu verschaffen, einem wütenden Thorwaler nach innen folgten der mit seiner Axt auf die Tür einschlug nachdem sie seinem ersten, manuellen Versuch widerstanden hatte. Hjalmar muss wirklich an seiner Impulskontrolle arbeiten.

Leider waren Janjuk und ich kurz davor an einer an sich harmlosen Erkältung erkrankt, die sich in der frostigen Umgebung aber leicht in etwas Ernsteres hätte wandeln können, weshalb wir beschlossen ein paar Tage Pause einzulegen. Jedoch bereits in der ersten Nacht torkelte eine nackte, hochfiebrige junge Frau mit schlohweißem Haar in Richtung des Anwesens. Sie war offenbar vor irgendetwas auf der Flucht, war aber in keinster Weise ansprechbar und litt offenbar unter schwerem seelischen und körperlichen Schock. Unsere Heilkunde- und Krankheitsexperten kümmerten sich so gut es ging um sie und untersuchten sie zusammen mit Janjuk. Eine schlecht verheilte Narbe auf ihrem Bauch deutete auf eine ungewöhnliche oder gar gewaltsame Geburt hin und Janjuks magische Analyse zeigte Spuren dämonischen Einflusses auf.

Wir sind hier zwar relativ nahe zur Grenze der schwarzen Lande, aber trotzdem beunruhigten mich diese Informationen doch sehr. Am nächsten Tag beschlossen Avesandro, Hjalmar und Ifirnia die Spuren der jungen Frau eine Weile zurückzuverfolgen, um so vielleicht herauszufinden woher sie kam. Als sie zurückkamen erzählten sie Horrorgeschichten von wandelnden Toten die Avesandro mit seinem heißgeliebten Ignisphaero vernichtet hat. Angeblich ohne dabei Unschuldige zu verletzen, aber vielleicht hat ihn dabei nur keiner beobachtet.

Ohne wirklich viel mehr in Erfahrung gebracht zu haben beschlossen wir am nächsten Tag weiterzureisen, da es mir und Janjuk auch schon wieder besser ging. Unser nächstes Ziel war Sancta Boronia, ein Kloster von waffentragenden Borongeweihten und Ordensangehörigen, das eigentlich die Trollpforte vor Eindringenden Nekromanten und Schrecken aus den Schwarzen Landen schützen sollte. Vielleicht wussten sie etwas über die Vorgänge in der Gegend.

Als wir die Abtei, die sich teilweise noch im Aufbau befindet erreichten war die ziemlich menschenleer. Wie wir später erfuhren waren die meisten Leute an der Mauer der Trollpforte stationiert und im Winter gab es verständlicherweise keine Bauarbeiten. Ein alter Boroni und sein Gehilfe waren anwesend und nahmen uns schweigend in Empfang wie es wohl unter den Boroni üblich ist. Immerhin wechselten sie genug Worte mit uns um deutlich zu machen, dass sie auch keine Ahnung hatten woher Untote auf unserer Seite der Trollpforte kommen sollten. Außerdem erfuhren wir, dass mein Bruder Reto offenbar hier war! Es ging ihm sehr schlecht, er befand sich offenbar in einer Art Koma. Ich sah sofort nach ihm und sobald ich mit ihm allein im Zimmer war, begann er – noch immer mit geschlossenen Augen – mit mir zu sprechen.

Mit rauen, stockenden Worten schilderte er mir was auf seinem Anwesen geschehen ist. Die grauenhaften Details möchte ich nicht in diesem Brief wiedergeben, darüber können wir sprechen wenn ich wieder zurück bin. Aber kurz zusammengefasst ist folgendes passiert. Retos Frau, Firisa konnte keine Kinder bekommen, wurde darob immer verbitterter und gab Reto die Schuld dafür. Als eine Dienerin von ihnen schwanger wurde und sie das Kind offenbar Reto zusprach, wandte sie sich voller Zorn und Hass an einem Erzdämon und schloss einen Pakt mit ihm. In den nächsten Tagen und Wochen wurden alle Lebenden im Anwesen und der dazugehörigen Ansiedlung in Untote verwandelt, das Kind der Dienerin entrissen und selbst Reto fiel unter den Einfluss des Erzdämons. Schlussendlich konnten sowohl er als auch die Dienerin fliehen, aber aufgrund des dämonischen Einflusses wurde ihm die Kontrolle über seinen Körper entzogen, was ihn in diesem Zustand in der Abtei enden ließ.

Wir konferierten mit den Borini ob es irgendetwas gab was wir tun konnten um ihm zu helfen und er meinte wenn Reto wahrhaftig bereute und sich vom Erzdämonen lossagte gab es eine Chance. Wir trafen alle Vorbereitungen und ich wachte die ganze Nacht bei ihm. Wir alle konnten den Einfluss und Zorn des Dämonen spüren aber auf dem geheiligten Boden der Abtei und dank unseres standfesten Willens hielten wir durch bis das erste Licht der Praiosscheibe sichtbar wurde. Damit brach auch der Einfluss des Dämonen.

Reto ist vorerst in Sicherheit, aber für mich steht fest – und ich hoffe meine Freunde werden mich begleiten – dass wir die Schande und die Gefahr die Firisa für alle darstellt vom Antlitz Deres wischen müssen. In diesem Fall werden wir fürchte ich das reinigende Feuer für das Praios steht zum Einsatz bringen müssen um alle Spuren dämonischen Einflusses wegzubrennen.

Wünsche mir das Glück des Fuchses und die reinigende Kraft Praios damit wir diese Prüfung mit heilem Körper und intakter Seele überstehen

Dein Sato

Anhang 1: Skizze von Sancta Boronia und der Trollpforte aus einiger Entfernung

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s