as I scan this wasted land

ich rieche Verrat

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Adeptus Janjuk Perensen

Teure Rika,

ich befürchte, einer meiner Begleiter hat uns in ein übles Ränkespiel hineingezogen. Man versucht, uns für ein Verbrechen verantwortlich zu machen, das in unserer Abwesenheit stattgefunden hat, und hat uns sogar zur Befragung festgehalten!

Aber der Reihe nach: Wie ich in meinem letzten Brief geschrieben hatte, hatten meine Gefährten überlegt, der Bedrohung durch den Dämon auf eigene Faust nachzugehen. In Sancta Bornia überließ uns ein Boroni einen geweihten Dolch, der uns im Kampf gegen den Dämon helfen konnte. Wir entschieden uns jedoch vorerst dazu, die Rückkehr des Herren von Devendoch auf seiner Feste abzuwarten – mit dem Hintergedanken, dass er uns eventuell einige Golgariten zur Seite stellen könnte, um das widernatürliche Übel einzudämmen. Dabei wurde unsere Ruhe vom Neffen des Herrn gestört, der in einem Anfall geistiger Umnachtung einem Zirkus einen Elefanten abgekauft hatte. Ich nutzte die Gelegenheit, den Geist dieses gewaltigen Tieres zu erforschen, was mir Ifirnia übelnahm. Meine Bemühungen, ihr die Unterschiede zwischen den Magiegebieten Hellsicht, Herrschaft und Beeinflussung zu erklären, blieben erfolglos. Sie scheint Magie gegenüber sehr abgeneigt zu sein – und das, obwohl magisches Potential in ihr schlummert.

Nachdem der Burgherr eingetroffen war und uns tatsächlich 4 Golgariten – schwer gepanzerte, schweigsame Männer – zur Seite stellte, brachen wir zum Sitz der Greifsmantels auf, wo der Dämon anscheinend sein Unwesen trieb.

Wir waren zu Fuß unterwegs durch die Winterkälte. Auf unserer Wanderung stießen wir sogar auf Trollspuren und ich konnte doch wirklich ein Gebilde, das ich als trollische Raumschrift identifizierte, finden! Unglaublich! Ich habe es für spätere Forschungen mitgenommen.

Die anderen teilten meine Begeisterung nur teilweise, und wir setzten unsere Reise fort. Wir trafen auf zwei Jäger, die die Gegend um die Burg durchstreiften und Jagd auf die Untoten machten – indem wir in eine ihrer Fallgruben tappten. Mit uns stürzte ein Zombie in die Grube, der wild entschlossen war, mich anzufallen und zu töten! Zu meinem Glück konnte Hjalmar die Monstrosität vernichten!

Die Jäger schlossen sich uns an, und obwohl sie angaben, die Gegend gut zu kennen, tappten wir geradewegs in eine dämonische Falle: Ein Wächterdämon, ein Braggu, erschien zwischen uns und verpestete die Luft. Hjalmar und die Golgariten hielten die Luft an und streckten den Dämon mit schnellen Hieben nieder. Um sicherzugehen, dass nichts Dämonisches an uns haften geblieben war, sprach ich einen ODEM ARCANUM, gefolgt von einem ANALYS. Meinen Gefährten war nichts anzumerken, aber den beiden Jägern haftete eine dämonische Signatur an! Wir beschlossen, sie genau im Auge zu behalten, und Oliandra und Avesandro befragten sie etwas eingehender zu ihrer Sicht der Dinge. Wir stellten einige Unstimmigkeiten fest – so sollte nach ihrer Aussage das Kind der Burgherrin bereits fast sechs Jahre alt sein, dabei lag der Geburtstermin gerade ein paar Monate zurück. Sie schienen nichts Böses im Schilde zu führen, aber von kundiger Hand verzaubert worden zu sein. Im Dorf angekommen, entließ Sato sie aus ihren Diensten. Ich will hier nicht näher drauf eingehen, wie das geschah, rate aber keinem, eine Stelle im Dienste der Greifsmantels anzunehmen.

Das Dorf an sich schien verlassen zu sein, die Tür zur Burg der Greifsmantels war nicht verschlossen. Wir arbeiteten uns vorsichtig die Stockwerke hoch, vorbei an einer verbarrikadierten und zugenagelten Tür, hinter der wir nur ein Kratzen und Knurren hören konnten. Oben angekommen, konnten wir die Gattin des Herrn von Greifsmantel stellen. Während Sato versuchte, mit ihr zu sprechen, konnte ich magisch feststellen, dass sowohl in ihr als auch in ihrem Kind (das wirklich bereits deutlich älter war als ein paar Monate!) dämonische Kräfte freigesetzt worden waren. Sato, Hjalmar und die Golgariten lieferten sich einen kurzen, aber heftigen Kampf mit ihr, in dessen Verlauf sich die Frau sogar die Haut vom Körper riss, die dann versuchte, Sato zu verschlingen!

Das Grauen war aber noch nicht vorbei: Im oberen Stockwerk wartete die Brut der Schlossherrin. Während Sato noch versuchte, mit ihm zu reden, erkannte ich, dass es sich auch bei dem Kind um einen Dämon handelte. Hjalmar stürzte sich mit dem verzauberten Dolch auf das Monstrum und öffnete dadurch wohl eine Art Tor in den Limbus. Die Golgariten sicherten die Treppen gegen Untote, die aus der verbarrikadierten Tür hervorbrachen, und so entfesselte ich einen ADLER WOLF aus meinem Zauberstab. Die Balken ächzten zwar unter dem Gewicht eines ausgewachsenen Firunsbären, aber mit den neu gewonnenen Kräften konnte ich Hjalmar davon abhalten, in den Limbus gezogen zu werden. Der Dämon verabschiedete sich mit einem niederhöllischen Kreischen, und dann war die Gefahr fürs Erste gebannt.

Beim Versorgen unserer Wunden entdeckte ich noch einige Anzeichen dafür, dass offenbar ein Magier unsichtbar unserem Kampf beigewohnt hatte. Vielleicht gingen die dämonischen Einflüsterungen von ihm aus? Leider entkam er uns, wir bemerkten seine schwindenden astralen Signaturen leider zu spät.

Die Freude ob unseres Sieges währte nicht lang: Auf dem Rückweg erfuhren wir, dass Satos Bruder von uns gegangen war. Immerhin bleibt uns der Trost, seine unsterbliche Seele von einem schlimmen Schicksal bewahrt zu haben, und Sato wird ihn dereinst in den zwölfgöttlichen Paradiesen wiedersehen.

Unsere Rückreise nach Gareth verlief ereignislos. In der Kaiserstadt jedoch wurden wir von Bannstrahlern empfangen, die uns in die Stadt des Lichts eskortierten. Dort erwartete uns aber keine Belobigung ob unserer Taten, sondern Befragungen: Offenbar war das Artefakt, das Flavia aus dem Orkland mitgebracht hatte, entwendet worden. Eine Rechtsgelehrte machte keinen Hehl daraus, dass gegen uns zwar keine haltbaren Anschuldigungen vorlagen, aber da man sich Informationen über Flavia erhoffte, bereite man uns eben gerne Schwierigkeiten. Ich vermute, dass einer meiner Begleiter in eine Intrige verstrickt ist – der Rest von uns ist unglücklich mitgefangen. Der einzige Weg, einen weiteren Aufenthalt in der Stadt des Lichts zu verhindern, war, dass ich mich darauf einließ Flavia zu suchen und, wenn möglich, das Artefakt und den Dieb zurückzurückzubringen.

Da mich das Vorgehen der Anwältin zutiefst erschütterte und ich mir Konsequenzen in der Zukunft ersparen wollte, hieß ich sie an, ein Dokument aufzusetzen, das mich von allen Zweifeln in dem genannten Fall freisprach und auch dafür sorgte, dass mein Name nur in positivem Zusammenhang in den archivierten Schriften vorkäme. Dies sollte mich vor weiteren ungerechtfertigten Befragungen in der Zukunft bewahren.

Wie ich erfahren habe, war der Rest meiner Begleiter zu vorschnell und hat nicht um ein ähnliches Schriftstück angesucht. Heute Abend hat Avesandro zu einem Essen geladen, ich bin gespannt, ob jemand etwas über Flavias Verbleib in Erfahrung gebracht hat. Mein einziger Hinweis ist eine Traumvision, in der ich sah, wie Flavia, eskortiert von vier Füchsen, auf ein Pferd stieg…

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