as I scan this wasted land

Achtung, dieser Dschungel enthält gefährliche Tiere von anderen Kontinenten.

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Sato Leonar Isidorn Cyberian von Greifsmantel

Ich schreibe dir hier aus Brabak im tiefsten Süden. Es geht mir soweit gut, obwohl ich mich wieder einmal wider besserem Wissen in eine Sache eingemischt habe, die mich eigentlich nichts angeht. Immerhin lebe ich noch und wir haben sogar einem Mann das Leben gerettet.

Wir haben hier in der Taverne “Zum vereinbarten Treffpunkt” Ifirnia wieder getroffen, die offenbar in der Zwischenzeit mit einer Freakshow unter der Führung eines gewissen Flaminio durch die Lande gereist ist. Nun, vielleicht ist Menagerie das richtigere Wort, da offenbar hauptsächlich exotische Tiere hergezeigt werden.

Dieser Flaminio ist ein redseliger Geselle und hat uns sogleich seine Tiere angepriesen und erzählt, er würde am nächsten Tag eine neue Lieferung völlig unbekannter Tiere aus Uthuria erwarten. Außerdem haben wir an diesem Abend noch einiges über Avesandros Liebesleben erfahren, die Details will ich dir aber lieber ersparen, es müssen nicht mehr Leute darunter leiden als unbedingt notwendig.

Am nächsten Tag wollten wir uns jedenfalls am Hafen nach Flavia und ihrem zwielichtigen Begleiter erkundigen, wurden allerdings davon abgehalten, als beim Ausladen irgendeiner Fracht ein Unfall passierte. Wir näherten uns um zu sehen ob wir vielleicht helfen könnten. Die flüchtenden und um sich schlagenden Leute hätten uns eigentlich ein Hinweis sein sollen. Ich schwöre dir, meine Neugier wird mich eines Tages noch umbringen. Es war natürlich die Fracht dieses Flaminios die in den Unfall verwickelt war und die blutsaugenden Vögel die aus ihren Käfigen entkommen waren machten uns ziemlich schwer zu schaffen. Blutverschmiert und ziemlich geschwächt vom Blutverlust hatten wir schlussendlich alle Vögel wieder in ihre Käfige gesperrt.

Flaminio war uns sehr dankbar, aber noch immer völlig außer sich, da offenbar noch mehr Kreaturen entkommen waren. Sie wurden uns beschrieben als zwei ziemlich große Laufvögel, die offenbar Fleischfresser waren. Flaminio flehte uns an sie für ihn wieder einzufangen und bot uns auch eine Belohnung an. Mehr Sorgen machten uns aber zwei gefährliche Raubtiere, die durch die Stadt marodierten und vielleicht Leute anfallen würden, also stimmten wir zu. Wir verfolgten die Biester quer durch die Stadt und weiter durch das Umland von Brabak und erkannten bald dass sie direkt auf den Dschungel zusteuerten. An diesem Punkt wären wir beinahe umgekehrt, wie schlimm konnten schon zwei weitere Raubtiere im bereits gefährlichen Dschungel sein?

Wir waren aber gerade in der Nähe einer Anfanas-Plantage und es war um die Mittagszeit, also beschlossen wir dort einzukehren und die Gastfreundschaft der Besitzer in Anspruch zu nehmen. Dort erfuhren wir dass der Ehemann von Doña Casseroli am Morgen in den Dschungel aufgebrochen war um Honig für ihren berühmten Anfanaswein zu sammeln. Nun machten wir uns doch Sorgen um ihn, da die Vögel an genau dieser Stelle in den Dschungel geflohen waren und eine gute Chance bestand dass sie auf ihn treffen würden. Also machten wir uns schlecht ausgerüstet und schlecht vorbereitet auf in den Dschungel, um die Biester einzufangen oder wenn es nicht anders ging zu erlegen.

Nach einigen Stunden und einigen Irrwegen fanden wir schließlich Don Casseroli und lockten die Vögel zu einem Angriff aus dem Unterholz. Nach einigen Schwierigkeiten gelang es Oleandra beide einzuschläfern und gefesselt brachten wir sie zurück in Richtung Stadt. Dort trafen wir leider auf die Jagdgesellschaft einer hiesigen Landadeligen, die es sich in den Kopf gesetzt hatte die Köpfe der Vögel an ihrer Wand zu montieren. Nach einigen Anschuldigunen der Wilderei und Behauptungen, die Vögel wären ihr Besitz weil sie Fuß in ihren Wald gesetzt hätten, mussten wir ihr einen davon überlassen. Firungefällig haben sie ihn dann in einer Treibjagd mit Pferden und Bogenschützen heroisch abgeschlachtet.

Den anderen brachten wir zurück, wofür uns zumindest Flaminio dankbar war, wenn sich schon der örtliche Adel seines Standes als unwürdig erwiesen hat. Die Götter mögen wissen, wie manche Leute unseres Standes das Mandat der Herrschaft verdient haben. Sei dem wie es sei, eine etwas verstörende Eigenschaft dieser Vögel ist, dass auf ihren blanken Gesichtern immer wieder die Gesichter uns bekannter Personen zu sehen waren, die meisten davon bereits tot. In Uthuria werden sie deshalb manchmal als Richter bei Mordprozessen eingesetzt, wovon auch ihr Name, Todrichter stammt. Sehr viel Vertrauen in das Uthurische Rechtsystem habe ich aber nicht, wenn sie auf die wenig zuverlässige Rechtsprechung magischer Vögel vertrauen.

Das wars jedenfalls aus dem sonnigen Brabak, hoffentlich bis bald,

Dein Sato

Anhang 1: Skizze eines Todrichters, wie er in Angriffshaltung aus dem Gebüsch stürzt
Anhang 2: Karikatur einer Jagdgesellschaft von 20 Leuten, die von Pferden aus mit langen Speeren auf einen kleinen, am Boden liegenden Laufvogel einstechen. Untertitel “Firungefällige Jagd in Brabak”

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s