as I scan this wasted land

Die Prinzessin segelt wieder

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Sato Leonar Isidorn Cyberian von Greifsmantel

… weiterhin keine Spur von Flavia oder der Sternengabe. Langsam keimt in mir der Verdacht, dass sie nach Uthuria abgereist ist, aber solange wir uns dessen nicht sicher sind, werden wir ihr nicht hinterherreisen. Die Reise ist sehr gefährlich und zurückzukommen soll tatsächlich das größere Problem sein als hinzukommen. Momentan in der Sackgasse waren wir nicht unglücklich als wir erfuhren dass einer der größeren Anfanas-Produzenten hier in der Gegend ein paar Leute fürs Grobe braucht. Wir hörten uns sein Anliegen an – er wollte ein altes Familienerbstück wiederfinden und Kunde seines Angehörigen, der damit seit vielen Jahren verschollen ist. Er hatte erst kürzlich einen Hinweis gefunden, wo dessen Schiff, die Prinzessin Zuleika, gesunken oder auf Grund gelaufen sein könnte und suchte nun fähige Leute um es zu bergen.

Das Erbstück das wir suchten war offenbar irgendein magisches Artefakt, das sein Vorfahre bei der Akademie in Khunchom in Auftrag gegeben hatte und das beim Anfanas-Anbau helfen sollte. Er hatte auch bereits ein kleineres Segelschiff mitsamt wagemutiger Mannschaft organisiert. Wir schlugen ein und sollten am nächsten Tag mit der Flut auslaufen. Davor hörten wir uns noch ein wenig um über die Gegend wo das Schiff verschwunden war und erfuhren dass in dieser Gegend heimtückische Strömungen vorherrschten und schon viele Schiffe verschwunden oder auf Grund gelaufen waren. Es wurde auch gemunkelt über dämonischen Einfluss, aber du weißt ja wie abergläubisch Seeleute sind. Wir gaben nicht viel darauf und auch unsere Kapitänin hielt das für Unfug.

Zu unserem Leidwesen wurden wir aber von einigen zwielichtigen Gesellen belauscht, aber weder an diesem Tag noch auf unserer Hinreise wurden wir von irgend jemandem belästigt. Als wir uns dem Schiffsfriedhof näherten sahen wir schon aus der Ferne seltsame, riesige Stachel oder Hörner die aus dem Meer ragten, auf denen teilweise die Schiffswracks aufgespießt waren. Ich zog sofort den Schluss dass das Artefakt möglicherweise irgendwelche Meerespflanzen zum Riesenwuchs angeregt hat und das für die verunglückten Schiffe verantwortlich war. Mit großem Geschick lotste uns die Kapitänin immer näher heran, bis es für das Schiff zu gefährlich wurde und wir mit einem Beiboot hinrudern mussten. Es waren leider viele Schiffe und der Schiffsfriedhof war sehr unübersichtlich, also schwang sich Oliandra in die Lüfte und erkundete die Gegend. Und tatsächlich waren die Schiffe ungefähr in einem Halbkreis angeordnet und in der Mitte war das gesuchte Schiff, das wir anhand seiner Galeonsfigur identifizierten. Leider musste der Rest von uns mühsam zu Fuß reisen und Oliandra rieten wir, nicht alleine das Artefakt zu suchen. Wer weiß welche Gefahren dort auf sie lauern würden. So kletterten, schwammen und stürzten wir uns weiter in die Mitte vor. Die riesigen Stacheln waren tatsächlich so etwas wie ein riesenwüchsiges See-Messergras, das sehr scharfe, klingenartige Blätter hatte und so waren schnell einige von uns verletzt.

Da nicht alle gut klettern oder balancieren konnten, ging es teilweise sehr langsam voran. So legten wir auf einem der besser erhaltenen Schiffe ein Nachlager an. Mitten in der Nacht wurden wir aufgeweckt, offenbar spukte es hier! Allerdings waren die beiden Geister nicht sonderlich furchterregend, es waren aufgeblasene Almadanische Gecken, die sich unbedingt um die Gunst einer Frau duellieren wollten, die schon lange nicht mehr hier war. Da sie aber Geister waren, waren ihre Schläge wirkungslos. Hilfsbereit wie wir waren – und außerdem wollten wir unsere Ruhe haben – halfen wir den beiden Deppen ein paar Knochen für ein funktionsfähiges Skelett zusammenzusuchen, das sie beleben konnten. Ich stellte auch noch schweren Herzens mein Schwert zur Verfügung und dann konnten sie endlich ihr Duell austragen. Wer letztendlich gewann, weiß ich nicht mehr, aber das war auch bedeutungslos da ihr Duell ihnen endlich ihren ewigen Frieden gab und sie zu Boron gehen konnten.

Am nächsten Tag kämpften wir uns weiter vor und nach unendlichen Mühen und vielen Verletzungen, Oliandra hätte es fast ihr Leben gekostet, kamen wir endlich auf das ursprüngliche Schiff auf dem sich das Artefakt befinden musste. Nach einigem Suchen fand ich dann auch und wir bargen es. Oliandra nahm es erstmal entgegen, jedoch begann sie sich plötzlich seltsam zu verhalten. Ich kannte diese Anzeichen schon, war ich doch selbst bereits mehrmals Opfer eines Bannbaladin geworden. Und so konnten wir ihr rechtzeitig das Artefakt entreißen bevor sie es den Piraten und ihrer Magierschlampe geben konnte. Ein heftiger Kampf entbrannte, von dem ich nicht viel mitbekam weil ich gleich von einem heftigen Lichtblitz geblendet wurde. Außerdem begann das Schiff unter unseren Füßen langsam auseinanderzubrechen.

Schließlich konnten sich alle herunterretten während die Piraten tot oder in die Flucht geschlagen waren. Offenbar waren es dieselben die uns in Brabak belauscht hatten und nun die Früchte unserer Arbeit ernten wollten.

Das Artefakt in Sicherheit und wir alle mehr oder weniger am Leben, machten wir uns auf den langen Rückweg und kamen schlussendlich sicher wieder auf dem Schiff an. Die Kraft des Artefakts war schon seit langem erschöpft und so konnten wir es bedenkenlos unserem Auftraggeber überreichen und bekamen dafür unseren viel zu geringen Lohn – wenn man bedenkt was für Unannehmlichkeiten wir erdulden mussten. Aber wir sind hier nunmal fern von jeder Zivilisation und müssen uns irgendwie durchschlagen und beschäftigen.

Ich hoffe wir finden bald irgendeine Spur von Flavia oder der Sternengabe, unverrichteter Dinge können wir nicht nach Gareth zurückkehren.

Dein Sato:
Anhang 1: Skizze eines Schiffswracks das von gigantischen Seegrasblättern aufgespießt ist
Anhang 2: Detaillierte Studie einer Magierin, die von mehreren Pfeilen durchbohrt in die Tiefe stürzt, ihr Gesicht hat Ähnlichkeit mit Melethaniem

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