as I scan this wasted land

riches to rags to riches

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Sato Leonar Isidorn Cyberian von Greifsmantel

Viel ist geschehen in den letzten Monaten. Ich war leider nicht in der Lage dir zu schreiben, aber dank wem auch immer (Phex?), bin ich nun nach einigen Entbehrungen in einer halbwegs vorteilhaften Lage.

Über meinen Ausflug in die Traumwelt will ich nicht viele Worte verlieren, wenn ich es zu Papier bringen will, klingt es mehr nach einer Drogenausschweifung und ich bin mir selbst nicht mehr sicher ob ich das alles wirklich erlebt habe. Nur das Jadezahnamulett zeigt mir dass wir uns das alles nicht nur eingebildet haben. Wir wurden von Luneclair erpresst ihm ein mächtiges magisches Artefakt zu besorgen, was wir widerwillig auch erledigt haben. Dafür haben wir zwar nicht die Sternengabe zurückbekommen, aber immerhin Flavia und vor allem auch ein Schreiben an die Phexkirche in Gareth das uns von aller Schuld oder Beteiligung freispricht. Flavia weigert sich leider uns zu erzählen was Luneclair mit der Sternengabe überhaupt vorhat. Von jemand wie Luneclair würde mich das nicht wundern, aber dass Flavia uns nicht vertraut tut schon etwas weh, ich dachte eigentlich wir wären so etwas wie Freunde oder zumindest Kameraden. Es ist wieder eine Distanz entstanden die uns davon abhält ein funktionierendes Team zu werden.

Aber viel wichtiger ist, was danach passiert ist. Mir ist schon seit einiger Zeit aufgefallen, dass Ifirnia besorgt zu sein schien und sich die meiste Zeit im Dschungel um Brabak aufhielt. Als wir Hjalmar fragten was los war, erzählte er uns dass seltsam deformierte, tote Tiere im Dschungel aufgetaucht seien und Ifirnia das sehr beunruhigen würde. Nach einigem hin und her ob Avesandro mitkommen dürfe, was ihn offenbar wieder ziemlich beleidigt hat besuchten wir schließlich Ifirnia. Ich muss wirklich mehr dafür sorgen, dass Ifirnia die Feindschaft die sie für Avesandro hegt überwindet. Wir trafen dort auch eine Druidin die sich Ingunde Entenklamm nannte und deren Schwester von Sklavenhändler entführt worden war. Ifirnia erzählte uns außerdem dass ein Magier namens Kasimir Sempelquast den sie von früher kannte für die deformierten Tiere verantwortlich war und offenbar mit den Sklavenhändlern zusammenarbeitete. Des weiteren hätten die Sklavenhändler vor einigen Tagen auch eine Perainegeweihte in der Nähe von Brabak entführt, was sehr ungewöhnlich war. So entschlossen wir uns kurzerhand der Druidin zu helfen ihre Schwester wiederzufinden, dabei möglicherweise dem Magier das Handwerk zu legen und vielleicht sogar die Geweihte wieder zu befreien.

Da wir nicht wussten wo die beiden Gefangenen sich genau befanden, entschlossen wir uns nach langem hin und her, uns selbst von ihnen gefangennehmen zu lassen, um dadurch auf das Sammelschiff der Sklavenjäger zu kommen, wo sich höchstwahrscheinlich entweder die beiden Gefangenen selbst oder zumindest Aufzeichnungen befanden, die uns einen Weg zu ihnen weisen würden. Ich war mir relativ sicher, dass ich mich mit den Dietrichen die du mir geschenkt hast befreien könnte und wir durch einen Sklavenaufstand das ganze Schiff übernehmen würden können. Die anderen Optionen waren die Sklavenjäger zu überfallen und Überlebende zu befragen, oder in eine Piratensiedlung zu reisen die ein Umschlagplatz für Sklaven ist, um dort Weiteres herauszufinden. Da wir nach endloser Diskussion zu keiner Einigung gekommen waren, sprach ich schlussendlich ein Machtwort und entschied mich für die Versklavung. So gesehen ging alles was danach geschah auf meine Kappe und Verantwortung. Wie sich herausstellte, wären die anderen Optionen aber vermutlich ebenfalls in dasselbe Resultat gemündet.

Wir reisten also in das Moha-Dorf von dem wir wussten dass die Sklavenjäger es überfallen würden. Dort warnten wir die Mohas dass bald Sklavenjäger auftauchen würden; so hat meine Entscheidung zumindest etwas Gutes bewirkt. Wir bereiteten uns unterdessen darauf vor, eine gute alternative Beute für die Sklavenjäger darzustellen. Das gelang uns auch und wir wurden alle versklavt, bis auf Ifirnia die ohne uns Bescheid zu sagen vom Plan abgewichen und den Sklavenjägern offenbar heimlich gefolgt war. Wir wurden alle zum kleineren Transfer-Schiff gebracht wo wir unter Deck angekettet wurden. Ifirnia schwamm ebenfalls zum Schiff und wollte im Schutz der Dunkelheit an Bord schleichen. An dieser Stelle wurde dann endlich offenbar, womit keiner gerechnet hatte: Ingunde Entenklamm kam nämlich ohne Ketten und mit Ifirnia im Schlepptau nach unten. Während Ifirnia in Ketten gelegt wurde und uns unsere gut versteckten Dietriche abgenommen wurden, erklärte uns „Ingunde“, dass sie die ganze Zeit mit den Sklavenjägern im Bunde gewesen war. Sie war offenbar eine Paktiererin – für die Perainegeweihte, die sie für ein frevelhaftes Opfer brauchte, hat sie mit uns bezahlt. Sie war auch diejenige, die für die deformierten Tiere im Dschungel verantwortlich gewesen war und nicht dieser Magier Sempelquast, den Ifirnia dafür verantwortlich machte. Dieser war übrigens ebenfalls hier im Schiff angekettet. Ingunde hatte dafür gesorgt, dass er keine Bedrohung mehr war, indem sie ihm die Augen herausbrennen ließ.

Offenbar hat Ifirnia die ganze Zeit den falschen Magier verdächtigt, denn Sempelquast hat die deformierten Tiere nur untersucht und versucht die Quelle des Übels zu finden. Ich hoffe das wird ihren Hass auf Magier wenigstens etwas lindern, oder zumindest in die richtige Richtung lenken, nämlich auf Paktierer, die den Hass der ihnen entgegengebracht wird auch wirklich verdienen.

Über die nächsten Wochen und Monate will ich nichts schreiben, meine Hände zittern schon bei dem Versuch das auf Papier zu bringen. Wut, Zorn, Hass, Frustration, Hilflosigkeit, Verzweiflung. Es gibt wenig was eine so große Menge negativer Emotionen hervorruft wie versklavt zu werden. Ich danke den Göttern dass diese Praxis im Mittelreich verboten ist und werde tun was ich kann um Sklavenjägern und Sklavenhändlern das Handwerk zu legen.

Wir landeten schlussendlich in einer Stadt namens Chorhop, wo wir an einen reichen Novadi verkauft wurden. Während wir warteten was weiter mit uns geschehen würde, riss sich ein Bluthund los und stürzte sich auf ein kleines Mädchen. Wir sahen eine Chance uns die Dankbarkeit eines Freien zu verschaffen und retteten das Mädchen vor dem Hund. Ihr Vater war uns sehr dankbar, war aber nicht reich genug um uns unsere Freiheit zu erkaufen. Aber er redete mit unserem Besitzer, der offenbar krankhafter Glücksspieler war und der gab uns die Chance an einer Lotterie teilzunehmen die in Chorhop einmal jährlich veranstaltet wird. Der Preis war ewige, freiwillige und rechtmäßige Sklaverei, die Belohnung wenn wir gewinnen dagegen großer Reichtum.

Mangels Alternativen willigten wir ein, fliehen konnten wir schließlich immer noch. Wir bekamen jeder ein Los, jedoch gab es viele andere Teilnehmer. Offenbar konnte man sich anstatt versklavt zu werden auch mit 1000 Dukaten ein Los kaufen und davon gab es viele. Ich hatte das Los Nummer 61 und Flavia gab uns allen einen Glückssegen. Und natürlich wurde keines unserer Lose gezogen. Das letzte war das Los Nummer 19 und während ich noch mein Schicksal verfluchte, korrigierte sich die Glücksfee da sie offenbar das Los falsch herum gehalten hatte und verkündete das Los Nummer 61, das die Position des Schutzprätors von Chorhop erhielt. An die nächsten Stunden kann ich mich nicht mehr erinnern, es war eine rauschende Feier und ich wachte am nächsten Morgen in einem weichen Bett auf, als mir ein Bediensteter einen Krug Wasser brachte. Ich ließ mich von ihm aufklären, dass der Inhaber der Position des Schutzprätors offenbar der Kommandant der Stadtwachen war. Daraufhin ließ ich sofort einen Trupp Wachen zusammenstellen und machte mich bereit aufzubrechen.

Im Eiltempo ging es zu dem Novadi, in dessen Besitz meine Gefährten waren und die heute das Sklaven-Brandzeichen bekommen sollten. Wir ritten auf den Hof ein und ich erklärte die Sklaven alle für beschlagnahmt mit der Begründung der unrechtmäßigen Versklavung. Der Novadi versuchte Einspruch zu erheben und zu argumentieren dass er alle Papiere für die Sklaven hatte, aber ich hatte schon eine Ahnung wie die Dinge hier abliefen und antwortete, dass er gerne schriftlich Einspruch erheben und einen Antrag für eine Anhörung stellen könne. Ich hatte die Situation offenbar richtig eingeschätzt und er ging davon aus dass die Sklaven für ihn verloren waren. Er begann dann zu feilschen, dass er dafür hoffentlich Ersatz sehen würde und Avesandro provozierte ihn zu einem Doppelt-oder-nichts Würfelspiel. Mein Vertrauen auf mein Glück wiederhergestellt ging ich darauf ein: wir würfelten und ich gewann.

So sind wir alle nun wieder frei und ich bin in der gefährlichen, aber sehr einflussreichen Position des Schutzprätors in Chorhop, der Stadt des Glücks.

Dein Sato

Anhang 1: Portrait der Druidin „Ingunde Entenklamm“
Anhang 2: Skizze von zwei angeketteten Händen die ihre Ketten gerade zerbrechen

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