as I scan this wasted land

Blut ist rot und außerordentlich wichtig für uthurische Bürger

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Sato Leonar Isidorn Cyberian von Greifsmantel

Einige Tage sind vergangen seitdem wir die Ketten der Sklaverei abgeschüttelt haben. Es gab viel zu tun, aber bevor ich dir darüber ausführlicher schreibe, möchte ich dir noch von einem Vorfall berichten, der sich während unserer Sklaverei abgespielt hat. Mittlerweile kann ich auch an die Zeit der Sklaverei zurückdenken, ohne dass ich den überwältigenden Wunsch verspüre jemanden zu ermorden.

Es war während unserer Zeit auf der Krakon, als sich Flavia anfing seltsam zu benehmen und plötzlich in sich zusammensackte. Gleichzeitig bekamen wir so etwas wie einen unsichtbaren Schlag ins Gesicht und spürten wie irgend etwas unsere Seele aus unserem Körper zog. Dann wurde alles schwarz. Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem weichen Bett, die Sonne schien, es war warm und ich hatte keine Ahnung wo ich war. Wobei das nicht ganz richtig war, ich konnte mich erinnern wo ich war und warum ich hier war, es waren nur nicht meine Erinnerungen. Ich kann dir dieses Gefühl unmöglich beschreiben und anstatt hier seitenlang über meine Worte zu stolpern, fasse ich kurz zusammen was wir uns mit der Zeit zusammenreimten. Durch irgendeine Aktion von Flavia, ich nehme an (nein, ich hoffe inständig) es war etwas Karmales, wurden unsere Seelen in die Körper der al’anfanischen Delegation in Uthuria versetzt. Wenn wir uns konzentrierten hatten wir Zugriff auf ihre Erinnerungen, aber nicht auf ihre Fähigkeiten, wobei sich diese aber anscheinend zum Großteil deckten, zumindest der Ausrüstung nach zu schließen die unsere Wirtskörper besaßen.

Offenbar grassierte in Porto Velvenya eine Seuche, die von Spinnen übertragen und einer dämonischen oder göttlichen Wesenheit namens Burdu zugeschrieben wird. Avesandro meinte dass es sich bei diesem Burdu offenbar um einen Aspekt des Namenlosen handelte, in dessen eisernen Griff sich Uthuria in der Vergangenheit einst befunden hatte. Die al’anfanische Delegation befand sich nun hier in einer Stadt namens Amakun, um ein Heilmittel gegen die Seuche zu finden. Das wurde ihnen zugesagt, wenn sie bei der Aufladung des örtlichen Blutsteins helfen würden. Was hier unter „Aufladung“ verstanden wird, ist offenbar gewaltige Mengen Blut zu opfern. Generell scheint Blutmagie hier an der Tagesordnung zu stehen. Ich habe hier tagtäglich Dinge gesehen für die man im Mittelreich auf dem Scheiterhaufen landen würde. Aber wenn du in Gareth bist, benimm dich wie ein Garether, hat Onkel Edorian immer gesagt, also machten wir gute Miene zum bösen Spiel. Immerhin waren hier scheinbar alle gegen diesen Burdu, der eindeutig als noch schlimmer einzustufen war als alles was hier geschah.

Wir begannen uns also ein wenig zu orientieren und herauszufinden warum wir hier sind und was wir tun könnten um wieder zurückzukommen. So wenig wir auch in die Ketten der Sklaverei zurück wollten, so wussten wir doch dass das nicht ewig dauern könnte. Und außerdem haben wir einer Gruppe von Al’Anfanern ihr Leben weggenommen und auch wenn es nur Al’Anfaner sind die diese Erfahrung durchaus verdient hätten war auch das eine Form der Sklaverei.

Wir erfuhren rasch einige interessante Dinge. Offenbar hatten die Al’Anfaner vor unserer Ankunft versehentlich ein wichtiges Blutopfer in Notwehr getötet und wir sollten nun für einen Ersatz sorgen. Mächtige Helden oder mächtige Monstren jeglicher Art sind offenbar gute Blutopfer und mangels eines greifbaren Vorrats an mächtigen Helden entschieden wir uns dafür ein Monster zu suchen. Ein örtlicher Stamm von Bauern bat uns außerdem um Hilfe bei der Bekämpfung einer seltsamen Pilzinfektion die ihre Felder befallen hatte. Betroffen war auch ihr Blutopfer, eine Art rabiater, fleischfressender Pflanze. Als Gegenleistung würden uns die Jäger – die andere Hälfte ihres Stamms – ein schönes Monster besorgen. Schließlich fanden wir noch heraus, dass wir eine der einflussreicheren, örtlichen Blutpriesterinnen, eine Frau namens Jaxarona, kannten. Wir hatten sie bei unserem Ausflug in die Traumwelt getroffen und sie kannte uns nur in der Form unserer Tierkörper. Lange Geschichte.

Wie auch immer, während Avesandro die Sache mit der Pilzinfektion untersuchte fand er in der Nähe des Ursprungs der Infektion ein Stück einer Blutintarsie. Diese bestehen aus Blutgold, das in einem Blutritual unter der Zuhilfenahme von Blutmagie auf die Haut aufgegossen wird und den Träger offenbar magisch verstärkt. Nein warte, blutmagisch. Nicht magisch. Ja, sie sind hier etwas fixiert auf Blut. Avesandro fand auch Spuren von dämonischem Einfluss in der Magie dieses Fragments. Jemand war offenbar hier und hat Sabotage verübt. Wir folgten der Spur bis zum Tempel des Xaa-Olkin, offenbar der örtliche Club der Astrologen. Oder waren es Astronomen? Jedenfalls schlichen wir in der Nacht in den Tempel und machten die Person ausfindig, der das passende Stück der Blutintarsie fehlte. Wir entführten einen der Astronomen schließlich und befragten ihn ausführlich unter den Augen von Jaxarona, damit auch eine örtliche Authorität eingeweiht ist. Leider stellte sich heraus, dass er gar nichts wusste, die Intarsie war wohl bei Arbeiten im Tempel abgerissen und das Stück hatte sich in der Kleidung eines anderen verfangen.

Oliandra stellte außerdem fest, dass die Sternbilder der mechanischen Sternbildmaschine im Tempel offenbar falsch justiert waren. Scheinbar wurden schon seit Wochen der falschen Gottheit Blutopfer gebracht und die Vermutung lag nahe, dass diese Gottheit Burdu war. Aus der Summe der Hinweise deutete nun alles auf den Hauptastronomen (-astrologen?), der für die Einstellung der Sternbildmaschine zuständig war. Wir brachten unsere Anschuldigung mit Hilfe von Jaxarona vor die weltliche und geistliche Anführerin von Amakun, die uns glaubte und den Burdu-Kultisten verhaften ließ. Seine Gegenwehr und eine Untersuchung seiner Habseligkeiten machte allen klar, dass unsere Anschuldigungen wahr waren. Man dankte uns für unsere Hilfe, auch wenn der Blutstein nun vernichtet werden musste und Amakun ohne die Macht der Blutpriester und Blutmagier praktisch schutz- und hilflos war. Man beauftragte uns in weiterer Folge damit einen neuen Blutstein zu besorgen, worin wir natürlich sofort einwilligten. Schließlich hofften wir, dass die Al’Anfaner diese lästige Sache erledigen würden. Jaxarona bot uns nämlich an, uns mit dem letzten Rest ihrer Kraft in unsere wahren Körper zurückzubefördern. Die nächste Gelegenheit dafür gäbe es vermutlich erst in Monaten, wenn wir einen neuen Blutstein besorgt und aufgeladen hätten (mit Strömen aus Blut natürlich).

Und so feierten wir noch ein rauschendes Fest, bevor wir in die triste Realität unserer versklavten Körper zurückkehren müssten. Ich machte einige … interessante Erfahrungen, die mich in den nächsten Wochen bei Verstand hielten. Wusstest du, dass man mit Schwimmhäuten … na egal, das erzähle ich dir vielleicht lieber persönlich wenn wir uns das nächste Mal treffen.

Wenn ich mir das so im Nachhinein durchlese, scheint es wie ein wirrer Fiebertraum. Aber da wir alle dasselbe träumten, muss mehr daran gewesen sein als nur Halluzinationen. Nach allem was ich dort erlebt habe, kann ich nur dringendst empfehlen dass das Mittelreich ebenfalls eine Delegation oder Expedition nach Uthuria schickt. Die weltpolitischen und -ökonomischen Langzeitfolgen für das Mittelreich wenn wir Al’Anfa und dem Horasreich die alleinige Präsenz auf diesem Kontinent überlassen sind unabsehbar und potenziell sehr negativ!

Doch für den Moment habe ich andere Sorgen und Probleme, wünsch mit Glück!

Dein Sato:
Anhang 1: Portrait von Jaxarona
Anhang 2: Aktzeichnung der Botschafterin der Nanshemu

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