as I scan this wasted land

Donner Wetter Blitz

Ein Bericht unseres Mannes vor Ort: Sato Leonar Isidorn Cyberian von Greifsmantel

Ich beginne langsam zu glauben wir sind in irgendeiner Art und Weise verflucht. Die Menge an Dämonen und Dämonenpaktierern, denen wir in letzter Zeit begegnen wird langsam auffällig. Ich meine es könnte vielleicht auch daran liegen, dass wir uns ständig in Dinge einmischen die uns eigentlich nichts angehen, aber… nein, daran liegt es bestimmt nicht. Wie du an meiner Einleitung vermutlich schon erkennen konntest hatten wir wieder ein Zusammentreffen mit einem, aber lass mich von Anfang an berichten.

Es ist nicht viel Zeit vergangen seit wir von der Rettungsmission aus dem Piratennest zurückgekommen waren, als wir uns des Abends in meiner Residenz zu einem gemütlichen Abendessen trafen. Davor übergab mir mein Haushofmeister einige Briefe und ein Paket, in dem gut eingepackt die bereits etwas riechende Leiche eines verdrehten Hasen zu finden war, um die eine Strähne von Oliandras Haar gewickelt war. Eine unangenehme Erinnerung an die Schlampe die uns das alles eingebrockt hat und ein provokanter Hinweis dass sie weiß wo wir wohnen.

Während des Abendessens traf dann ein Bote ein, der einen Brief für Flavia zu übergeben hatte. Nachdem Flavia den Brief gelesen hatte gab sie ihn an uns weiter und wir erfuhren, dass er offenbar von einer Jugendfreundin von Flavia namens Dulcia di Tremendo war. Eine Freundin die damals möglicherweise etwas mehr als nur eine Freundin war.

Nun, ich will dich nicht mit Details langweilen, jedenfalls bat die Dame di Tremendo in dem Brief um Flavias Hilfe, ohne jedoch Genaueres darüber zu schreiben. Es klang aber ernst, und wir boten Flavia natürlich sofort unsere Hilfe an. Einer Dame in Not zu helfen ist die Pflicht eines jeden Ehrenmannes und außerdem… Jugend„freundin”!

Flavia war nicht besonders auskunftsfreudig was Details von Dulcia und ihrer Familie anging, aber was wir zumindest erfuhren war, dass Dulcia jung mit dem Comto di Tremendo verheiratet wurde und zusammen mit Flavia Anatomie studierte.

Nachdem wir die Reisedetails geklärt und uns um die dringendsten Angelegenheiten gekümmert hatten, brachen wir in einer gemieteten Kutsche auf. Auf dem Weg in das Dörfchen Tremendo übernachteten wir in einem Gasthof in dem offenbar auch ein unbekannter Trunkenbold untergekommen war um den sich Hjalmar beinahe rührend kümmerte. Hjalmar hat offenbar ein weiches Herz für Alkoholiker. Unglücklicherweise wurde dieser am nächsten Morgen erhängt im Stall aufgefunden. Ich bin mir nicht sicher ob dieser Vorfall in irgendeinem Zusammenhang mit unseren anderen Unternehmungen stand, aber er warf auf jeden Fall ein düsteres Licht auf den weiteren Verlauf der Reise.

Kurz vor Tremendo kamen wir an der ausgebrannten Ruine eines Traviaklosters vorbei, das laut Auskunft unseres Kutschers vor einigen Jahren niedergebrannt war. Es war bereits Abend als wir in Tremendo ankamen und so schickten wir nur eine Nachricht zum Anwesen des Comto di Tremendo und quartierten uns im einzigen Gasthaus des Dorfes ein. Der Bote kam mit der Nachricht zurück dass uns der Comto morgen nachmittags empfangen würde.

Die Nacht verlief ereignislos und den nächsten Tag verbrachten wir damit, uns im Dorf ein wenig über die Familie di Tremendo umzuhören und was in den letzten Jahren so alles Bemerkenswertes passiert ist. Wir erfuhren einige beunruhigende Details. Die junge Frau des Comto, Flavias Freundin Dulcia, war schon vor einigen Jahren bei einem tragischen Sturz von der Steilklippe, auf der das Anwesen steht, ums Leben gekommen. Was uns sehr verwirrte, denn wie hat Flavia sieben Jahre später einen Brief von ihr erhalten? Der Bote der uns den Brief überbrachte erzählte dass er den Brief in einem Dorf in der Nähe von Chorhop von einer Frau übergeben bekommen hatte.

Das Jahr von Dulcias Tod war außerdem besonders tragisch für das Dorf, da ungefähr in derselben Zeit auch ein junges Mädchen verschwunden war und und einige Zeit später das Traviakloster abgebrannt ist wobei viele Menschen ums Leben gekommen sind.

Mit einem unguten Gefühl machten wir uns dann nachmittags auf zum Anwesen des Comto. Wir wurden empfangen von Alonzo, einem älteren Mann mit ungesunder Hautfarbe, der offenbar der Leibdiener des Comto war und der uns bat zu warten während er dem Comto Bescheid gab. Wenig später kam der Comto, ein alter, gebrechlicher Mann auch herunter und Flavia und er begannen sich zu unterhalten. Meine Freunde verhielten sich davor und währenddessen aber etwas eigenartig. Hjalmar schwor dass er im Garten ein kleines Mädchen gesehen hatte und Flavia meinte dass ein Bild von Dulcia sie schmerzverzerrt und flehentlich angesehen hätte. Nach dem Gespräch lud uns der Comto ein bis zum Abendessen zu bleiben und die Nacht noch hier zu verbringen. Wir nahmen an, da hier etwas definitiv nicht stimmte und wir die Sache genauer untersuchen wollten.

Bis zum Abendessen erkundeten wir dann das Haus und den Garten und sahen weiterhin seltsame Dinge. Die Statuen im Haus, besonders die eines Alveraniars mit den Händen vor seinem Gesicht schienen ab und zu ihre Haltung zu verändern. In einem Spiegel sah ich ein kleines Mädchen, das verschwunden ist als ich mich umdrehte und als schockierendster Beweis dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte, wurde Oliandra von einem Stich in den Rücken schwer verletzt. Der Angreifer war nicht zu finden und nachdem weiter nichts passierte, trafen wir uns schließlich zu einem sehr unbehaglichen Abendessen. Das war durchaus nicht schlecht, zartes Putenfleisch in Gelee, aber unser Misstrauen sorgte nicht gerade für eine entspannte Atmosphäre.

Nach dem Essen blieb noch etwas Zeit bis zum Abendtrunk. Aus Alonzos Zimmer hörten wir leise Schmerzensschreie, aber auf unser Nachfragen ob alles in Ordnung sei, antwortete Alonzo ausweichend, offenbar hat er sich gerade selbst gegeißelt. Als wir wenig später auf dem Weg zum Abendtrunk waren, nutzte ich die Gelegenheit, mich in Alonzos Abwesenheit ein wenig in seinem Zimmer umzusehen. In einem versteckten Fach fand ich schließlich den grauenhaften Beweis, dass hier schreckliche Dinge geschehen sind. Alonzos Tagebuch in dem er andeutete dass er für die Herrschaften Menschenfleisch zubereitet hatte und offenbar auch selbst davon gekostet hatte. Er spürte im Lauf der Zeit dass er sich zu verwandeln begann, aber mit Hilfe von Willenskraft und Selbstgeißelungen konnte er die Verwandlung offenbar bis jetzt unter Kontrolle halten. Außerdem schrieb er von einer Grotte in der er diese Schandtaten vollbracht hatte.

Wir brachten den Abendtrunk so schnell wie möglich hinter uns und sobald wir wieder unter uns waren, erzählte ich den anderen von meinem Fund. Wir machten uns daran den Zugang zur Grotte zu finden und im Weinkeller wurden wir schlussendlich fündig – ein Klassiker.

Nach einer Begegnung mit einer übergroßen Wasserspinne kamen wir in die Grotte an und fanden dort einen steinernen Tisch mit eingetrockneten Blutflecken und allerlei Schlachtwerkzeug vor, außerdem in die Wand eingelassene Käfige mit freiem Blick auf den Tisch. Außerdem war dort ein Tagebuch des Comto, in dem er alle Details seiner Taten festgehalten hatte.

Es sind jetzt einige Tage vergangen, aber die Erinnerung daran provoziert immer noch einen gelinden Brechreiz ob all der Gräueltaten und des unglaublichen Leids das der Comto verursacht hat. Er hat Dulcia offenbar über alle Maßen geliebt, aber sie hat unter einer schweren, und trotz aller Bemühungen unheilbaren Krankheit gelitten. Nachdem die letzte Hoffnung vergebens war, begann der Comto Träume zu haben von einer Statue eines Alveraniars, die ihm eine Lösung zuflüsterte. Das Fleisch eines Kindes würde sie heilen können. Alonzo, der seinen Herrschaften ebenfalls über alle Maßen treu ergeben war, entführte die zehnjährige Tochter einer Witwe im Dorf, schlachtete sie und bereitete sie für Dulcia zu, ohne dass sie etwas davon erfuhr.

Ich kannte das Mädchen nicht, aber allein bei dem Gedanken an eine Gräueltat solchen Ausmaßes verkrampft sich in mir alles. Das Fleisch reichte aber nicht ewig und ohne weiteres Fleisch verschlechterte sich Dulcias Zustand wieder, also heuerte Alonzo einen Trupp Gesindel an, die in den Namenlosen Tagen das Traviakloster niederbrannten, alle Erwachsenen töteten, die Kinder entführten und in die Käfige in der Grotte sperrten. Dort wurde dann regelmäßig eins der Kinder geschlachtet und zerlegt, während alle anderen zuschauen konnten und genau über ihr zukünftiges Schicksal Bescheid wussten. Ich kann… ich weiß nicht… Ich bin ohne Worte.

Während ich aus dem Tagebuch vorlas wurden wir außerdem immer wieder von der Statue des Alveraniars mit den Händen vor dem Gesicht attackiert, die allen unseren Versuchen sie zu zerstören standhielt. Hjalmar wurde schwer verletzt, bis wir endlich verstanden, dass sie sich offenbar nicht bewegen konnte solange sie von jemandem angesehen wurde. Als ich zum Ende des Tagebuchs kam, hatte sich auch Alonzo hereingeschlichen und wir bemerkten ihn als er sich unter Schmerzen und schrecklichen Geräuschen zu verwandeln begann. Hjalmar war damit beschäftigt die Statue in Schach zu halten, also übergab ich das Tagebuch an Flavia, zog meine Waffen und stellte mich Alonzo der sich in einen schleimbedeckten und stinkenden Ghul verwandelt hatte. Zum ersten Mal war ich wirklich heilfroh, dass ich so viel Zeit mit meinen Schwertübungen verbracht hatte, denn ich konnte alle der rasenden Attacken des Monsters parieren. Leider konnte ich selber keinen guten Schlag anbringen. Auch Avesandro begann es mit seinen unsichtbaren, unhörbaren Zaubern zu beharken (behauptete er jedenfalls), leider gelang es dem Monster vor seinem Tod noch Oliandra zu attackieren und verletzte sie abermals schwer. Von irgendeinem Gift in seinen Klauen oder Zähnen brach Oliandra dann zusammen und war zwar bei Bewusstsein, aber gelähmt.

Mit dem Tod des Ghuls erschienen plötzlich die durchscheinenden und leuchtenden Geister der Kinder und von Dulcia, die uns zu danken schienen und dann langsam verblassten. Ich wünsche ihnen seliges Vergessen in Borons Reich.

Als wir zurück ins Haus gingen und es durchsuchten, erkannten wir auch warum die Geister mit dem Tod Alonzos erlöst waren. Bevor Alonzo zu uns kam hatte offenbar den Comto im Schlaf erstickt, ein Tod der viel zu gut für ihn war. Aber ich denke seiner Seele wird dort, wo sie jetzt schmort noch genug Strafe widerfahren.

Wir benachrichtigen schließlich den Efferdpriester aus dem Dorf, der versprach sich der Sache anzunehmen und die entsprechenden Stellen zu benachrichtigen. Die Gelehrten Damen und Herren teilten ihm mit, dass es sich hierbei höchstwahrscheinlich um ein Unheiligtum Mishkaras handelte. Ich mache das nur ungern, aber ich bin mir nicht sicher wie zuverlässig dieser Efferdpriester wirklich ist, bzw. kann einer einzelnen Person leicht etwas zustoßen, deshalb würde ich dich darum bitten Vater davon zu benachrichtigen. Er hat vielleicht mehr Gewicht in der Praioskirche und kann zuverlässiger dafür sorgen dass dieses Unheiligtum vernichtet wird.

Ich bin mir immer noch nicht sicher, wer genau uns hierher geschickt hat, und wenn ich meine Paranoia zu Rate ziehe, will ich nicht ausschließen dass nicht diese Ingunde Entenklamm dahinter steckt, vielleicht mit der Motivation, sich ein weiteres Unheiligtum unter den Nagel zu reißen. Wenn dem so ist, will ich ihr zumindest diese Genugtuung versagen.

Ich hoffe mein nächster Brief bringt erfreulichere Nachrichten,
Dein Sato

Anhang 1: Bild zweier hübscher, sich küssender Frauen, eine davon sieht Flavia leicht ähnlich
Anhang 2: Beginn einer Skizze der Grotte mit Kindern in den Käfigen, die mittendrin abgebrochen wurde

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s